Erster Schritt auf der Karriereleiter: Freisprechungsfeier im Handwerk

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Glückwunsch: Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Gerhard Brühl und der stellvertretende Kreishandwerksmeister Guido Kalbe (von links) mit den frisch gebackenen Gesellinnen und Gesellen aus dem Bezirks der Kreishandwerkerschaft.

Korbach. Das Feiern stand an dem Abend zwar im Vordergrund, die Bäcker, Metallbauer und Co sollten sich aber nicht auf dem Erreichten ausruhen. Das war der Tenor bei der Freisprechungsfeier.

Mit dem Erhalt des Gesellenbriefs hat sich eine stattliche Zahl von ehemaligen Auszubildenden eine ausgezeichnete Grundlage für ihre weitere berufliche Laufbahn gesichert. Obwohl bei der Gesellenfreisprechungsfeier das Feiern im Vordergrund stand, sollen sich die frischgebackenen Bäcker, Metallbauer und Co. nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern mit weiterführenden Qualifikationen zu Meistern, Technikern oder potentiellen Betriebsnachfolgern werden.

Obwohl die zahlreichen neuen Gesellen sowie ihre Meister, Prüfungsausschussvorsitzenden und Obermeister genau wissen müssten, was sie mit Baumaterialien alles anstellen können, konnten sie alle gemeinsam bei der Gruppe „Hotschrott“ aus Frebershausen noch eine Menge lernen. Da wurden ein Abflussrohr zum Didgeridoo und alte Fässer zu Trommeln umfunktioniert. Als endgültig im Arbeitsleben angekommen bezeichnete Horst Zahn von der Handwerkskammer Kassel die neuen Gesellen, deren Leistungen nicht vom Himmel gefallen sein. „Im Handwerk gilt: Keine Ausbildung, keine Fachkräfte, keine Betriebsnachfolge“, gratulierte Zahn zum ersten Schritt auf der Karriereleiter. Der Trend nach nachhaltigen Produkten und ein gestiegenes Qualitätsbewusstsein spiele dem Handwerk hierbei in die Karten.

Sowohl Bürgermeister Klaus Friedrich als auch Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf bezeichneten das Handwerk als eine der drei tragenden Säulen der Wirtschaft im Landkreis, das mit fast 2000 Betrieben und 12500 Beschäftigten mehr als eine Milliarde Jahresumsatz aufweisen kann. Wer von den neuen Gesellen zur weiteren Ausbildung in die weite Welt gehen wolle, solle auch das Zurückkommen in die Heimat nicht vergessen, sagte Friedrich, der die Anwesenden mit den Worten „Wir können alles außer Bad“ begrüßte.

Die meisten der ehemaligen Auszubildenden, die der stellvertretende Kreishandwerksmeister Guido Kalbe in der Stadthalle begrüßte, haben entweder eine dreieinhalbjährige Ausbildung absolviert oder ihre dreijährige Ausbildungszeit verkürzt. Im Sommer folgen dann die Absolventen der dreijährigen Ausbildungsberufe sowie die Bekanntgabe der Innungs,- Kammer und vielleicht auch Landessieger.

Den Akademisierungswahn und den demografischen Wandel sprach Kalbe als Gegner des Handwerks an. „Wir dürfen nicht länger so tun, als sei der Mensch erst etwas wert, wenn er Abitur hat und studieren geht“, so Kalbe, denn das Handwerk halte Deutschland am Laufen. Sein Wunsch an die Jung-Gesellen dabei war, dass sie sich Ziele setzen, denn nur dann seien sie bereit, in ihre Zukunft zu investieren.

Von Heike Saure

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