1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck
  4. Korbach

Erster Hansemarkt in Korbach befindet sich auf der Zielgeraden

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Wilhelm Figge

Kommentare

Fahrgeschäft Top Spin Hansemarkt Korbach
Kopfüber hingen die Fahrgäste im „Top Spin“. Wenn die Drehungen mal inne hielten, jagten Fontänen ihnen einen kleinen Schrecken ein – so oder so gab es immer was zum Kreischen. © Wilhelm Figge

Am dritten Tag des Hansemarkts in Korbach war reges Treiben zu beobachten. Es überwiegt die Zufriedenheit, aber der Markt soll sich weiterentwickeln.

Korbach – Unten auf der Hauer glucksen Kinder vor Freude, als sie riesige Seifenblasen jagen und zum Platzen bringen. Einige Meter oberhalb in der Luft kreischen die Fahrgäste im „Top Spin“, als das Fahrgeschäft sie durch die Luft schleudert. Rundherum nimmt das Treiben auf dem Hansemarkt im Lauf des Sonntagnachmittags immer weiter zu, an Fahrgeschäften, Markt- und Imbissständen bilden sich Schlangen.

Veranstaltungen wie der Hansemarkt in Korbach wurden vermisst

Von „Überschaubar, aber schön“ über „Gut, dass es wieder etwas gibt“ bis zu „Ich finde hier nicht mal eine Waffeltüte“ reichen die Reaktionen der Marktbesucher – lächelnde Kinder sind aber überall zu finden. Weitgehend zufrieden zeigen sich im Gespräch mit unserer Zeitung auch die Schausteller: „Ich bin echt froh, dass wir unsere Jobs wieder machen können“, sagt André Lotz aus Gießen. Er freue sich über den schön gestalteten Markt und das bunte Publikum, das etwa über Familien-Angebote und den Tanz in den Mai auf die Hauer gebracht wird. „Sie zeigen uns, dass wir vermisst wurden“, sagt er nach der Corona-Pause. Sich treffen und etwas Besonderes erleben, sei früher als selbstverständlich hingenommen worden – nun werde klar, dass das nicht so ist. Wenn eine Krise auf die andere folge, sei das wichtig: „So ein Volksfest hat schon etwas Befreiendes.“

Seifenblasenkünstler The Phantasy Hansemarkt Korbach
Große Freude löste Seifenblasen-Künstler „The Phantasty“ bei den jüngsten Besuchern aus – und nicht nur bei ihnen. © Wilhelm Figge

„Nicht unzufrieden“ zeigt sich Textil-Händler Michael Winkler aus Dülmen. Der Betrieb sei gut, wenn auch deutlich zu merken sei, dass die Kaufkraft derzeit nicht auf der Höhe ist – an Gardinen sparten die Leute schnell. Er weist auch darauf hin, dass viele Händler und Schausteller es nicht durch die Corona-Krise geschafft haben: Die versprochenen „unbürokratischen Hilfen“ erreichten viele einfach nicht. Es könne Jahre dauern, bis sich das wieder entwickelt – und die neuen Organisatoren des Hansemarkts das nutzen können. Karussell-Betreiber Heinz Eckel aus Homberg verzeichnet im Vergleich zu Vieh- und Kiliansmarkt keinen Unterschied bei den Fahrgastzahlen – die Familie kommt seit 1885 nach Korbach. Aber auch die Kälte spiele eine Rolle, unzufrieden ist er nicht.

Hansemarkt-Organisator will Veranstaltung in Korbach etablieren

„Mir fehlen die Worte“, sagt Organisator Max Wagner: „Es sind mehr Gäste da, als wir uns vorgestellt haben.“ Marktbeschicker und Festwirt seien zufrieden, bei den Konzerten in der „Hessenscheune Aurelia“ wurde getanzt und nach Zugaben gerufen, auch die Stadt habe eine gute erste Rückmeldung gegeben. Fest stehe auch. „So ein Markt ist nie komplett.“ Nach dem Einstand gebe es schon Pläne: Die „Aurelia“ samt Biergarten solle größer werden, ebenso der Marktbereich – wegen Corona gaben viele Händler auf, aber die, die sich auf den neuen Hansemarkt eingelassen hätten, wollten nun für Korbach werben. Für jetzt sei er jedenfalls stolz – und hoffe, den Hansemarkt als Volksfest nachhaltig zu verankern: „Als etwas, dass Tradition und richtige Bedeutung für den Korbacher Veranstaltungskalender hat.“

Montag von 12 bis 21 Uhr steigt der letzte Tag der Erstauflage. Zum Abschluss werden dabei am Familientag die Fahrpreise in den Fahrgeschäften halbiert und weitere Angebote gemacht. (wf)

Auch interessant

Kommentare