Familie Amend hat zwei junge Füchse aufgezogen

Martin Amend aus Herzhausen dieses Jahr im Frühling mit den zwei jungen Füchsen, die vier Wochen bei der Familie gelebt haben und am Anfang sehr zutraulich waren. Foto: nh

Herzhausen. Zwei kleine Füchse lebten im Haus der Familie Amend in Herzhausen. Ein Urlauber hatte die Tiere bei Buchenberg in einem Graben gefunden und Martin Amend aufmerksam gemacht.

Gemeinsam mit seiner Frau Claudia nahm er die rund zwei Wochen alten Welpen mit nach Hause, um sie aufzupäppeln. Mittlerweile leben die Wildtiere wieder in der Natur - für Martin und Claudia Amend eine Erfolgsgeschichte.

Ein neugieriges Weibchen und ein Rüde, der ihr gerne hinterher folgte, wohnten vier Wochen in einer Box für Hundewelpen im Wohnzimmer der Familie. Die Eltern der jungen Füchse waren laut den Erzählungen des Paares nicht zurückgekehrt. Ein dritter junger Fuchs war bereits tot. „Wir wurden der Wilddieberei beschuldigt“, berichtet Martin Amend. Er konnte die Tiere aber nicht da lassen.

Etwa 300 Gramm wogen die Füchse, und pro Tag nahmen sie im Schnitt 100 Gramm zu. „Wir haben alles dokumentiert“, sagt Claudia Amend. Sie bekamen Aufzuchtsmilch für Hundewelpen, die die Firma „Brede Camping Zoo Aquaristik“ aus Korbach spendete. „Die Füchse wurden jeden Tag gesünder und kräftiger.“

Die Familie hat schon Erfahrungen, nicht nur mit Haustieren, sondern auch mit wilden Tieren. So habe er auch schon einen Waschbären und eine Eule aufgezogen, berichtet Martin Amend. Auch um Vögel kümmert er sich, wenn er sie krank irgendwo findet: „Ich habe schon mal zwei Blesshühnchen großgezogen und einen Dompfaff, der gegen eine Scheibe geflogen war.“

Der Mittelpunkt im Haus

Die beiden Füchse waren nun wochenlang der Mittelpunkt bei Amends. „Die Kleine hat gequiekt und mit dem Schwanz gewedelt, wenn sie mich gesehen hat“, erzählt Martin Amend. Er fand die jungen Tiere „zum Knuddeln“. Sie spielten und tollten herum, der Hund der Amends schleckte sie ab, und täglich musste die Box gereinigt werden. Die Familie ließ die Füchse von einem Tierarzt untersuchen.

Dann kam jedoch die Frage auf: Wohin mit den Füchsen? Über das Internet sind die Herzhäuser auf die Initiative „Wir Füchse“ gestoßen. Diese vermittelt Fuchswelpen an Pflegestellen. So kamen die beiden Füchse nach Niedersachsen zu einer Frau, die verschiedene Tiere hält. Sie zog sie weiter auf, bis sie scheu wurden, und setzte sie vor ein paar Wochen in der Natur aus.

Als sie die Füchse abgaben, „kullerten die Tränen“, sagt Claudia Amend. „Ich kann jedem raten, Welpen aufzunehmen.“ Martin Amend fügt hinzu: „Ich würde es immer wieder machen.“

Normalerweise habe niemand das Recht, sich Wild anzueignen, erklärt Dr. Gero Hütte-von Essen, Forstamtsleiter in Vöhl, auf Nachfrage. „Am besten sollte man wilde Tiere in der Natur lassen“, sagt er. Wenn jemand junge, alleingelassene Tiere finde, sollte der Förster oder Jagdpächter informiert werden. „Manche ziehen die Tiere dann selbst auf.“ Einige Tiere werden auch an den Wildpark gegeben, wo die Tiere großgezogen werden und meist auch bleiben

Die Geschichte, wie die Füchse zu ihrer neuen Halterin kamen und großgezogen wurden, hat der NDR verfilmt. Unter dem Namen „Fei und die Füchse“ ist die Sendung in der Mediathek zu finden.

Von Stefanie Rösner

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