Faust auf Faust: Klaus Lage begeisterte in der Korbacher Stadthalle

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So kennt man ihn: Klaus Lage mit Gitarre in der Korbacher Stadthalle. Er begeisterte das Publikum und bekam stehenden Applaus.

Korbach. Über 30 Jahre ist der musikalische Geschichtenerzähler Klaus Lage in verschiedenen Besetzungen aufgetreten. „Ich freue mich dass Ihr Zeit und Lust habt, mich auf meiner kleinen Zeitreise zu begleiten, mit den Fixpunkten Familie und Bühne“, sagte Lage.

Umringt von drei Gitarren und einer Tenor-Ukulele saß er auf einem Barhocker und nahm die rund 350 Fans auf eine Reise durch die Höhen und Tiefen seines Lebens. Dabei klang er mal rauchig-kraftvoll, mal zart-sensibel, mal frech und verschmitzt.

Mit fetzigen Riffs kam „Unterwegs“ daher, bei dem Lage kundtat, dass das „Rumgefahre“ auf Tournee auch nerven kann, wenn darunter Freundschaften leiden. „Wieder zuhaus“ umschrieb die zwiespältigen Gefühle während eines Besuchs in der alten Heimat, der er einst entflohen war. Mut machte „So ist mein Leben“, denn obwohl Lage manch bittere Pille schlucken musste, ließ er sich nie unterkriegen.

Unter die Haut ging „Komm halt mich fest“, die von einer Beziehung erzählte, die scheiterte, da er nach Gründung seiner Band der Musik den Vorzug gab. Verschmitzt lächelnd trug seine erste Single „Alle ham‘s geschafft außer mir“, mit der er zum Glück damals falsch lag. Beim Seenotretter-Song „Volle Kraft voraus“ fungierten die Fans als Shanty-Chor. Voller Widersprüche steckte das neue Lied „Ich bin viele“. Leise Töne stimmte er bei der deutschen Version des Gospel „Poor Wayfaring Stranger“ an, bei der er unter dem Titel „Gutes Ende“ von der Vergänglichkeit philosophierte.

Nicht fehlen durften die Hits „Monopoli“, „Schweißperlen“, „Mit meinen Augen“ und natürlich „1000 und 1 Nacht (Zoom!)“, bei denen kräftig mitgesungen wurde. Begeistert wurde auch die „angereggaete“ Schimanski-Hymne „Faust Auf Faust“ aufgenommen. Diese habe auch Götz George gefallen, als er sie ihm nach durchzechter Nacht in Berlin, morgens früh um 6.30 Uhr am Flughafen auf einem Sony-Walkman vorgespielt habe. „Da ich bisher ein langes Leben hatte, ist es auch langes Stück“, kündigte er „Zeitreise“ an. Mit stehendem Applaus forderte das Publikum drei Zugaben ein, darunter „Pappsatt“, bei dem der 64-Jährige von den Freuden eines zweifachen Großvaters schwärmte.

Von Nadja Zecher-Christ

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