Attacke gegen Kassiererin: 25-Jähriger vor Gericht

Faustschläge und Fußtritte in Korbacher Esso-Tankstelle

Versuchte Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung wirft die Staatsanwaltschaft einem 25-jährigen Mann aus Korbach vor. Das Foto ist ein Symbolbild.
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Versuchte Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung wirft die Staatsanwaltschaft einem 25-jährigen Mann aus Korbach vor. Das Foto ist ein Symbolbild.

Versuchte Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung wirft die Staatsanwaltschaft einem 25-jährigen Mann aus Korbach vor, der sich deshalb seit Donnerstag vor der 5. Strafkammer des Kasseler Landgerichts verantworten muss.

Der kräftige Mann soll laut Ankläger Moritz Teschner in der Nacht zum 29. Juli vergangenen Jahres von seiner Korbacher Wohnung aus in seinem Opel Corsa zur Esso-Tankstelle an der Frankenberger Straße gefahren sein. Dabei habe er so viel Alkohol und Kokain intus gehabt, dass er fahruntüchtig gewesen sei, sagte Teschner. Auf dem Tankstellengelände habe der Mann zunächst in seinem Auto gewartet und sei egen 2.25 Uhr in den Verkaufsraum gegangen, wo sich die Mitarbeiterin allein aufhielt.

Mit den Worten: „Ich bin verrückt nach dir, soll ich dich befriedigen“, habe er der Kassiererin sexuelle Avancen gemacht. „Du bis ja verrückt, ich könnte deine Mutter sein“, habe die Frau geantwortet. Das sei egal, habe der Angeklagte gesagt, sei hinter den Verkauftresen gekommen und habe sofort mit der Faust heftig auf die Frau eingeschlagen. Auch als diese sich mit Pfefferspray zur Wehr setzte, ließ sich der Korbacher laut Anklage nicht von weiteren Angriffen abhalten.

Teschner schilderte den weiteren Verlauf der Tat so: Der 25-Jährige drängte die Frau in einen Nebenraum, wo er ihr erneut Faustschläge ins Gesicht und Fußtritte versetzte. Dabei prallte der Kopf der Frau gegen die Tür und sie ging zu Boden. Der Angeklagte zog ihr das T-Shirt über den Kopf und versuchte, ihr die Hose herunter zu ziehen.

Inzwischen hatte ein weiterer Mann den Verkaufsraum betreten. Er hörte die Hilferufe der Frau und kam mit den Worten „Was ist denn hier los?“ in den Nebenraum. Der Angeklagte ließ von der Frau ab, ging zu dem Zeugen und versetzte ihm einen Kopfstoß ins Gesicht, der zu heftigem Nasenbluten führte.

Anschließend zog er die Frau in einen anderen Nebenraum und attackierte sie weiter heftig. Während zwei weitere Tankstellen-Kunden die Polizei alarmierten, gelang es dem Zeugen, den Angeklagten in ein Gespräch zu verwickeln, so dass er von der schwer verletzten Frau abließ.

Die wenig später eintreffenden Polizisten konnten den Angeklagten erst nach Einsatz der Schusswaffe festnehmen. Seither sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Die Frau erlitt mehrere Frakturen im Gesicht, ein Schädel-Hirn-Trauma und Prellungen an der Halswirbelsäule.

„Keine Erinnerungen an das Geschehen“

Am Donnerstag wurde lediglich die Anklage verlesen. Verteidiger Michael Bonn kündigte vor dem Vorsitzenden Richter Dr. Aldea eine Erklärung seines Mandanten am nächsten Verhandlungstag an. Wegen des Konsums von Alkohol und Kokain könne sich sein Mandant nicht mehr an das Geschehen in der Tankstelle erinnern. Das Verfahren vor der 5. Strafkammer des Kasseler Landgerichts wird kommende Woche fortgesetzt. Ein Urteil wird dann am 29. September erwartet.

Von Tom Stier

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