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Feuerwehrleistungsübung in Korbach auf der Hauer: Rennertehausen liegt zweimal vorne

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Feuerwehrleistungsübung auf der Hauer in Korbach: Die Doppelsieger Rennertehausen mit Mannschaft I und II und die drittplatzierte Mannschaft aus Massenhausen/Helsen.
Feuerwehrleistungsübung auf der Hauer in Korbach: Die Doppelsieger Rennertehausen mit Mannschaft I und II und die drittplatzierte Mannschaft aus Massenhausen/Helsen. © Barbara Liese

Bei den Hessischen Feuerwehrleistungsübungen auf Kreisebene sind am Sonntag 26 Wettkampfmannschaften auf dem Hauerplatz in Korbach gegeneinander angetreten.

Korbach – In einem Gebiet mit offener Bebauung brennt ein zweigeschossiges Einfamilienhaus. Entlang der Grundstücksgrenze verläuft eine Mauer. Der Zutritt auf das Grundstück ist ohne Hilfsmittel nicht möglich. Der Zugang zum Gebäude erfolgt durch den Kriechtunnel, der auf der Eingangsseite mit einer Tür versehen ist. Der Brand brach in der im Erdgeschoss gelegenen Wohnung aus und hat sich auf die gesamte Wohnung ausgebreitet.

Eine bewusstlose Person liegt im Wohnzimmer der Wohnung, am Ende des Flures. Die Menschenrettung ist erst nach der Brandbekämpfung möglich. Fensterscheiben sind durch die Wärmeeinwirkung geplatzt und es besteht die Gefahr des Feuerüberschlages an der rechten Gebäudeseite. Die Löschmaßnahmen zur Verhinderung des Feuerüberschlages sind nur von der Mauer aus möglich. An diesem Szenario mussten sich gestern 26 Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis messen lassen.

Die große Feuerwehrübung lockte viele Zuschauer, vor allem Familien mit Kindern, auf den Hauerplatz. „Ein Zeichen der Anerkennung für die geleistete ehrenamtliche Arbeit und Ansporn bei den startenden Mannschaften“, freute sich Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick.

Bevor es für die zuschauenden Laien aber spannend wurde, waren im theoretischen Teil 15 Fragen aus dem Fragebogenkatalog der Hessischen Landesfeuerwehrschule innerhalb von zehn Minuten zu beantworten. Geschwindigkeit ist bei der Feuerwehr nicht nur in der Praxis gefragt. Alle Mannschaften lösten diesen Teil der Prüfung ohne Probleme. Keine leichte Aufgabe, denn dieser Katalog hält immerhin 679 Fragen bereit.

Auf drei Bahnen traten die Mannschaften dann in Staffel- oder Gruppenstärke gegeneinander an. Sie bewiesen sich natürlich nicht an echten Einfamilienhäusern, sondern zeigten ihre Präzision und Sorgfalt im Einsatz auf einem aufgebauten Parcours. Die Gebäude- und Grundstücksgrenzen waren auf dem Boden markiert, den Brandherd innerhalb des Gebäudes erkannte man an den aufgestellten Fallklappen und der Brand war – mit echtem Wasser – wenn sie umklappten. Eine blaue Puppe ersetzte die vermisste Person. Die Grundstücksmauer wurde durch ein Leitergerüst ersetzt. Ebenso wichtig wie der körperliche Einsatz und die Sorgfalt im Einsatz waren auch die richtigen Funksprüche zur rechten Zeit. Am Ende der Übung sollten dann noch vier Feuerwehrknoten sekundenschnell geknotet werden. Eine Aufgabe, die bei einigen Wehren zu einem Punkteabzug führte und im Gegensatz zur praktischen Einsatzübung überraschend große Unterschiede zeigte.

Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick war zufrieden mit „seinen“ Wehren. „Auch wenn in diesem Jahr die Beteiligung etwas geringer war als sonst, haben wir hier theoretisch und praktisch einen sehr hohen Leistungsstandard gezeigt. Während der beiden Coronajahre mussten viele Trainings- und Übungsstunden ausfallen und noch nicht alle Weheren fühlten sich bereit für unseren Wettbewerb. Die heimischen Wehren werden bei den nächsten Wettbewerben weiter ihre Leistungsstärke unter Beweis stellen. Vor allem aber sind sie in den realen Einsätzen immer verlässlich, kompetent und engagiert.“

Der Sieger der Feuerwehrleistungsübungen auf Kreisebene, Rennertehausen I, und die folgenden vier Mannschaften haben sich für den Bezirksentscheid qualifiziert, der am 16. Juli auch in Korbach ausgetragen wird. (Barbara Liese)

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