Ausblick auf die neue Saison

Frauenfußball: Heimisches Verbandsliga-Trio peilt die Playoff-Runde an

Aufgereiht vor dem Schloss: die SG Landau/Wolfhagen 2021/22. Hinten von links: Trainer Hagen Marquardt, Betreuer Erich Herbold, Abteilungsleiter Hartmut Schröder, Torwarttrainer Aleksander Zok, Betreuer Falk Edelmann; Mitte: Berit Müller, Mareike Kloppmann, Kristina Protte, Isabell Fingerhut, Anna Schäfer, Julia Schröder, Franziska Klug; vorn: Nele Walter, Johanna Schwechel, Kim Tegethoff, Aylin Öner, Vanessa Fischer, Karoline Schwechel und Sarah Schütz.
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Aufgereiht vor dem Schloss: die SG Landau/Wolfhagen 2021/22. Hinten von links: Trainer Hagen Marquardt, Betreuer Erich Herbold, Abteilungsleiter Hartmut Schröder, Torwarttrainer Aleksander Zok, Betreuer Falk Edelmann; Mitte: Berit Müller, Mareike Kloppmann, Kristina Protte, Isabell Fingerhut, Anna Schäfer, Julia Schröder, Franziska Klug; vorn: Nele Walter, Johanna Schwechel, Kim Tegethoff, Aylin Öner, Vanessa Fischer, Karoline Schwechel und Sarah Schütz.

Bis jetzt war alles Pokal. Ab dem ersten September-Wochenende stehen dann auch bei den Fußballfrauen wieder Punkte auf dem Spiel. Diese Seite und ein Teil der folgenden gehört Waldeck femininen Teams, ihren Zielen, Nöten, ihrem Wollen.

An der Spitze der Pyramide, sie ist breiter als der Rest, stehen wie gehabt drei Verbandsligisten. Ein ewiges Duell eröffnet die Spielzeit am 3. September: SV Anraff gegen SG Landau/Wolfhagen. Der TSV Korbach als Dritter im Bunde startet am 11. September.

Die Liga ist wegen der Pandemie das zweite Mal geteilt worden, die heimischen Teams gehören erneut der Gruppe 1 an – mit DFC Allendorf, SG Angelburg, Jahn Calden II und TSV Obermelsungen. Das Siebenerfeld spielt drei Plätze für die Meisterschafts- und vier für die Abstiegsrunde aus, die im nächsten Frühjahr beginnen.

Das Waldecker Trio im Porträt:

SG Landau/Wolfhagen

Schon seit Anfang Juli und damit am längsten von allen Waldecker Verbandsligisten trainiert die Spielgemeinschaft für die Saison. Aus gutem Grund, das letzte Punktspiel (gegen Allendorf) liegt schließlich knapp elf Monate zurück. „Das war wahrscheinlich die längste Pause, die es im Amateurbereich bislang gegeben hat“, sagt Trainer Hagen Marquardt.

Sieben Punkte aus vier Partien standen bei Abbruch auf dem Konto der SG, ein ordentliches Teilergebnis, nachdem sie in der Saison davor dank Corona die Klasse gehalten hatte. Marquardt legte seinen Fokus in der Vorbereitung auf das Wiederherstellen von Grundlagen. „Die Vorbereitung hat sich da schon ein Stück weit verändert im Vergleich zu den Vorjahren. Wir haben einen Schwerpunkt auf Ballbehandlung und Technik gelegt, das war einfach wichtig nach der langen Pause“, sagt er. Gerade beim Passspiel hatte das Trainerteam erhebliche Defizite ausgemacht.

Auf dem Platz geben alle Spielerinnen immer hundert Prozent

In zeitweise bis zu vier Einheiten in der Woche verlangte der Trainer den Spielerinnen alles ab. Vollzählig war der Kader dabei eigentlich nie. Die Urlaubszeit. „Aktuell fahren schon viele Spielerinnen in den Urlaub, aber das ist nach der Corona-Zeit natürlich völlig okay“, sagt Marquardt, das Problem hätten andere Teams auch.

Als besonders ausgeprägt empfindet Marquardt die Motivation im Training. „Auch wenn die ein oder andere aus den genannten Gründen mal fehlt, auf dem Platz geben alle immer hundert Prozent.“ Dieses Engagement spiegelt auch das Ergebnis im Halbfinale des Waldecker wider, das klare 4:0 gegen Anraff war ein Statement, das Marquardt relativiert: „Auch da hat einiges trotz des guten Ergebnisses noch nicht gepasst. Insbesondere im Passspiel haben sich in der zweiten Halbzeit Ungenauigkeiten eingeschlichen, an denen wir weiter arbeiten müssen.“ Normal nach den langen Monaten ohne Fußball.

Vor diesem Hintergrund formuliert Marquardt das Ziel für die neue Saison vorsichtig. „Nach aktuellem Stand ist der Klassenerhalt unser primäres Ziel. Alles weitere werden wir sehen.“

SV Anraff

Große Lust auf Fußball: der SV Anraff 2021/22. Hinten von links: Mara Kleinert, Laura Ostermaier, Vanessa Stephan, Madleen Schaumburg, Annica Mangel, Trainer Stefan Bischof; Mitte: Lena Fischer, Franziska Wathling, Sarah Achterberg, Laura Battefeld, Davina Lippe, Milena Michel; vorn: Anna Brigmann, Kara Haupt, Leonie Neuhaus, Josefine Strippel und Nele Süring.

Nur drei Punkte aus sechs Spielen: Die Edertalerinnen waren in der Vorsaison bis zum Abbruch nicht wirklich erfolgreich unterwegs. Der Nachweis der Liga-Zugehörigkeit stand auf der Kippe – es wäre schade gewesen, denn der SVA spielt seit genau 20 Jahren entweder Verbands- oder Hessenliga. Der Platzhirsch. Ins 21. Jahr geht er mit neuem Cheftrainer.

Stefan Bischof, bisher Nummer zwei, hat den Posten von Dirk Wagener übernommen, der aus beruflichen Gründen etwas kürzertreten muss und nun als Co-Trainer mitmischt. Bischof und seine Spielerinnen gehen die Saison in weitgehend unveränderter Besetzung und großer Lust auf Fußball an. „Wir haben im Training eine gute Beteiligung, aber natürlich merken wir auch die Urlaubszeit“, sagt Bischof, der im Juli in die Vorbereitung startete.

Für manche war es schwer, wieder in den Rhythmus zu kommen

Nach dem langen Corona-Stillstand seien die Anfänge schleppend gewesen „Das war alles wirklich gar nicht so einfach. Aber ich kann den Mädels da gar keinen Vorwurf machen, durch die lange Pause musste der Fußball erst wieder in den Alltag eingebaut werden“, erzählt Bischof. Mit der Fitness im Team ist mittlerweile recht zufrieden. „Manche haben sich schwer getan, wieder in den Rhythmus zu kommen, aber die Spielerinnen haben sich in der Pause individuell fit gehalten. Das merkt man in den Einheiten.“

In den bisherigen Testspielen lief es mal so, mal so für Anraff. Gegen den VfL Eiterfeld, der in der Verbandsliga-Gruppe 2 Startplatz und Frauen des SC Soisdorf übernommen hat, gab es ein 1:1, beim westfälischen Landesligisten TuS Belecke ein 0:4. Eine echt bittere Pille war aber das 0:4 im Halbfinale des Waldecker Pokals in Landau.

„Auch wenn wir da durchaus unsere Chancen hatten, war der Sieg der SG natürlich verdient“, sagt Bischof:. Und: „Wir hätten sehr gern im Finale zuhause mitgespielt, aber wir haben auch deutlich gezeigt bekommen, dass wir noch einiges tun müssen für die neue Saison.“

Die Konkurrenz einzuschätzen fällt Bischof wegen der langen Pause schwer. So oder steht oben auf seiner Wunschliste der Klassenerhalt. „Wir wollen in der Liga bleiben, das ist unser ganz klares Ziel.“ Noch wichtiger als sonst sei ein guter Start – auch weil ein weiterer Saisonabbruch nicht auszuschließen ist.

TSV Korbach

Der Trainer ist neu: der TSV Korbach 2021/2022. Hinten von links: Carina Jesinghausen, Ronja Müller, Neele Henkler, Celine Schröder, Anna Steinhof , Johanna Bangert. Mitte: Sportlicher Leiter Volker Schnatz, Ronja Buse, Hanna Wenzel, Lara Emde, Judith Knipp, Trainer Lutz Forth; vorn: Madleen Wenzel, Johanna Rohde, Carina Steinbach, Jessica Albers und Emily Henkler.

Mitten in der Vorbereitung den Trainer gewechselt: Es ist nicht ganz unheikel, was in Korbach aber wohl nicht zu ändern war. Lutz Forth hat den Job von Denny Petersen übernommen; dessen angekündigte längere berufliche Abwesenheit gab den Ausschlag. Unter Petersen war der TSV in der annullierten Saison Waldecks Vorzeige-Verbandsligist und mit acht Punkten aus fünf Begegnungen Zweiter der Gruppe. Carola Martins und Co. knüpften damit an die abgebrochene Saison 2019/2020 an, als sie auf Rang sechs ebenfalls als bestes heimisches Team abgeschnitten hatten.

Ob sich dies in der kommenden Runde wiederholt? „Eine Einschätzung ist nach so einer langen Pause natürlich schwer“, sagt Forth, der erst seit drei Wochen das Sagen an der Hauer hat. „Dennoch haben wir durchaus Ambitionen. Erst mal gilt es aber, die Klasse zu halten und dann sehen wir weiter.“

Vertrauen in ein eingespieltes Team

Forth kann einem eingespielten Kader vertrauen. Ein Kompliment macht er seinem Team für Einstellung und Motivation: „Die Mädels sind mit vollem Ehrgeiz und Elan dabei. Wir haben Spaß beim Training und auch einfach an der Tatsache, wieder Fußballspielen zu dürfen“, sagt der Trainer. Er hofft auch deshalb sehr, dass mal wieder eine Saison zu Ende gespielt werden kann.

Seit Ende Juli bereiten sich die Korbacherinnen auf die runde vor: Dreimal Training pro Woche, zunächst mit dem Schwerpunkt Grundlagenausdauer, zuletzt mit dem Fokus auf Technik und Ball, was Forth besonders wichtig ist. „Wir versuchen, so viel wie möglich mit Ball zu machen, da dies nun einmal unser Spielgerät ist. Zudem gibt es da nach der langen Fußballpause auch einfach Nachholbedarf.“

Im Pokal in Battenhausen gewann Korbach 2:0, in Medebach gab es davor ein 2:5, und das letzte Testspiel in Rhoden entschied der TSV wieder mit 2:0 für sich. Fort ordnet es so ein: „Es haben noch einige Spielerinnen gefehlt, sodass dies nur eine geringe Aussagekraft hat.“

Die Zeit bis zum ersten Punktspiel in Angelburg will Forth nutzen, um die Spielerinnen noch besser kennenzulernen und an Abläufen zu arbeiten. „Wenn wir die Zeit effektiv nutzen, können wir uns auf die neue Saison freuen“, sagt er optimistisch. (RM)

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