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Geldabholer verurteilt: Falsche Polizisten betrügen Korbacherin um Erspartes

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Seniorin und Telefon
Eine heute 86-jährige Frau aus Korbach hat mehrere Tausend Euro im Juni 2021 verloren, weil sie auf eine Betrugsmasche hereingefallen ist. (Symbolfoto) © Sebastian Gollnow/dpa (Symbolbild)

172 000 Euro Bargeld und Schmuck im Wert von rund 5000 Euro hat eine heute 86-jährige Frau aus Korbach im Juni 2021 verloren, weil sie auf eine Betrugsmasche hereingefallen ist. Die beiden mittlerweile 60 und 58 Jahre alten Geldabholer sind am Montag wegen diesem und weiterer Fälle vor dem Schöffengericht in Korbach verurteilt worden.

Korbach – Es ist ein Trick, vor dem die Polizei seit Jahren warnt: Angebliche Polizisten rufen meist ältere Menschen an und behaupten, ihr Vermögen sei in Gefahr. Um das Geld in Sicherheit zu bringen, müsse es an die Polizei übergeben werden. Was die Opfer nicht bemerken sollen: Der Anrufer sitzt nicht in einer deutschen Polizeiinspektion, sondern häufig in einem ausländischen Call-Center, als Teil einer raffinierten Betrugsmasche.

Doch die Drahtzieher brauchen Helfer vor Ort: Zwei davon standen am Montag in Korbach vor Gericht. Sie hatten die Funktion der „Abholer“: Von einem „Logistiker“ an den Tatort gelotst, holten sie die von den Opfern vor ihren Häusern und Wohnungen deponiertes Geld und Wertsachen ab und brachten die Beute nach Berlin.

Ende Juli 2021 hatten die Angeklagten außerdem bei einer 82-jährigen Frau aus Nordrhein-Westfalen rund 12 000 Euro Bargeld abgeholt, Ende Juli dann neun Goldmünzen, rund 2500 Schweizer Franken und mindestens 450 Euro Bargeld bei einer 76-Jährigen in Marburg. Beim Geldzählen auf einem Parkplatz in der Nähe wurden die beiden dabei von der Polizei festgenommen. Elf Monate saßen beide seitdem in Untersuchungshaft.

Der 60-Jährige hatte zuvor drei weitere Taten begangen: Im Mai 2021 holte er bei einer damals 87-Jährigen Frau, die in einem Seniorenheim in Nordrhein-Westfalen lebte, 15 000 Euro ab. Im Juli 2021 versuchte er, bei einer 75-jährigen Frau aus Nordrhein-Westfalen rund 12 000 Euro Bargeld und Schmuck in noch höherem Wert abzuholen. Weil die Frau im letzten Moment Zweifel bekam und das Telefon auflegte, scheiterte der Coup.

Beide Angeklagten räumten schon zu Beginn der Verhandlung sämtliche Vorwürfe ein. Der 60-Jährige wurde wegen Beihilfe und versuchter Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Der 58-Jährige, der nur an zwei der fünf Taten beteiligt war, wurde zu elf Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, die er bereits mit der Untersuchungshaft verbüßt hat.

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