Geldstrafe für Angeklagten

„Ich werde euch alle umbringen": 35-Jähriger bedrohte Ex-Frau mit Messer

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Korbach. Weil er seine Ex-Ehefrau gewürgt und mit einem Küchenmesser bedroht haben soll, ist ein 35-Jähriger am Donnerstag vom Schöffengericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Bedrohung, Nötigung und Sachbeschädigung hat das Amtsgericht Korbach am Donnerstag einen 35-Jährigen aus dem Kreis Waldeck-Frankenberg zu einer Geldstrafe verurteilt. Obgleich die Aussage des Angeklagten gegen die seiner Ex-Ehefrau als der Geschädigten stand, sah es das Gericht als erwiesen an, dass der Mann die Frau tatsächlich an die Wand gedrückt, am Hals gewürgt und mit einem Küchenmesser bedroht hatte.

Der Vorfall, den das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling zu beurteilen hatte, liegt etwa zwei Jahre zurück. Das damals getrennt lebende und gerade geschiedene Paar hatte sich gegen 2 Uhr in der Wohnung der Frau wieder um ihren gemeinsamen Sohn gestritten. Wie die heute 24-Jährige schilderte, habe ihr Ex-Mann verlangt, dass sie sich von ihrem neuen Freund trennen solle. Als sie dies ablehnte, habe er gesagt: „Ich werde euch alle umbringen.“

In Würgegriff genommen 

Anschließend, so berichtete die Frau, habe ihr Ex-Mann sie in einen Würgegriff genommen, ihr den Hals zugedrückt und sie gegen die Wand gepresst. Als er den Griff löste, habe sie mit ihrem Handy die Polizei anrufen wollen. Da habe er gedroht: „Wenn du jetzt die Polizei rufst, bringe ich dich sofort um.“ Er habe ein Messer mit 20 Zentimeter langer Klinge aus der Küche geholt und es ihr an den Hals gehalten. Die Frau gab ihm sodann das Handy. Er entnahm die SIM-Karte, zerstörte sie, verschwand mit dem Jungen und warf das Handy weg.

„Es war gar nix“ 

Der 35-Jährige räumte ein, dass es um den Sohn oft Streit zwischen ihnen gegeben habe. An besagtem Tag sei er zwar vorher, aber nicht mehr um diese Uhrzeit mit dem Sohn in der Wohnung der Frau gewesen. Er wies alle Vorwürfe zurück. „Es war gar nix“, sagte der 35-Jährige.

Diese Version wollte das Schöffengericht nicht glauben. Es folgte vielmehr der Aussagen der Geschädigten, zumal diese in der Nacht noch die Polizei aufgesucht und auf dem Weg dahin ihr kaputtes Handy gefunden hatte. Polizisten bestätigten als Zeugen, dass der Hals der Frau gerötet und sie sehr aufgeregt war.

Der Anwalt des Angeklagten plädierte auf Freispruch. Dem wollte das Gericht angesichts bereits aktenkundig gewordener, ähnlich gelagerter Vorfälle des Angeklagten nicht anschließen. Es orientierte sich bei seinem Urteil an dem vom Staatsanwalt vorgeschlagenen Strafmaß: eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu jeweils zehn Euro. Zudem muss der 35-Jährige die Gerichtskosten tragen.

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