Stadtverordnete beraten und beschließen über Bauleitplanung

Geplante Recyclinganlage für Bauschutt in Korbach weiter umstritten

Die Baufirma Pieper will eine Recycling-Anlage für Baustoffe vor den Toren Korbachs errichten. Schon jetzt lagert das Unternehmen wiederverwertbare Materialien auf dem Gelände.
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Die Baufirma Pieper will eine Recycling-Anlage für Baustoffe vor den Toren Korbachs errichten. Schon jetzt lagert das Unternehmen wiederverwertbare Materialien auf dem Gelände.

Ein steiniger Weg zur Recyclinganlage für Bauschutt: Seit 2015 hofft das Korbacher Bauunternehmen Hugo Pieper auf die baurechtliche Basis für eine Zerkleinerungsanlage. In ihrer Sitzung am Donnerstag, 27. Mai, sollen die Stadtverordneten die Bauleitplanung für das rund 1,8 Hektar große Gelände vor den Toren Korbachs beschließen.

Korbach – Das Grundstück liegt im Bereich „Am Jungfernstein beim Fischerwege“ etwa einen Kilometer außerhalb Korbachs zwischen Frankenberger Landstraße (Kreisstraße 25) und Bundesstraße 252 im Wasserschutzgebiet IIIa (weitere Schutzzone). Um dort eine Anlage „zur Zerkleinerung und Zwischenlagerung mineralischer Baustoffe“ bauen zu dürfen, ist eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich, derzeit ist die Fläche für die Landwirtschaft ausgewiesen. Außerdem muss ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Die Zustimmung der Stadtverordneten wäre aber nur ein Schritt auf dem Weg zur geplanten Recyclinganlage. Die größte Hürde folgt im Anschluss: Die Anlage selbst müsste in einem anspruchsvollen Verfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) genehmigt werden. Darin werden sämtliche Umweltauswirkungen berücksichtigt und gewürdigt.

Wegen des Standorts im Wasserschutzgebiet IIIa und auf guter landwirtschaftlicher Fläche hatten die Stadtverordneten das Projekt bislang kritisch begleitet. Laut Steffen Butterweck vom Planungsbüro Bioline in Dalwigksthal, der die Planungen am Dienstag im Bauausschuss vorstellte, sind wesentliche Knackpunkte mittlerweile beseitigt: Die Untere Wasserbehörde habe inzwischen dem Entwässerungskonzept zugestimmt. Es sieht vor, die Abwässer über den Kanal an die Kläranlage Ittertal abzuleiten. Zur neuen Einschätzung beigetragen hat offenbar, dass die komplette Anlage jetzt mit Hallenbauten eingehaust werden soll. Regenwasser komme so nicht mehr in Kontakt mit dem Material und werde nicht kontaminiert, sagte Butterweck. Auch Lärm- und Staubemissionen würden durch die Halle reduziert.

Zudem seien zwei Ausweichbuchten vorgesehen, damit sich landwirtschaftliche Fahrzeuge und Lastwagen begegnen könnten. Noch nicht gelöst ist die Kreuzung des Bahnübergangs. „Dieser Konflikt wird ins übergeordnete Verfahren verschoben“, so Butterweck. Betreiberzuverlässigkeit: Auflage, die Randbereiche zu bepflanzen, aber erst nach Abschluss der Erdauffüllung.

Die Grünen bleiben unterdessen bei ihrer Kritik. Dr. Peter Koswig erläuterte im Bauausschuss: Es sei nicht Aufgabe der Öffentlichkeit, jedem Bauunternehmen seine eigene Recyclinganlage mit erheblichem Aufwand zu genehmigen, zumal es mit mobilen Anlagen eine Alternative gebe.

„Wenn man sich damit beschäftigt, kann man eigentlich nur zustimmen“, sagte Bernd Klaus (Freie Wähler). Einem Korbacher Unternehmen wolle man keine Steine in den Weg legen. „Alles andere regelt das BImSchG-Verfahren.“

Die SPD habe es sich nicht leicht gemacht, stimme aber zu, erklärte Horst Figge für seine Fraktion. Ein positives Votum gab es im Bauausschuss auch von CDU und FDP. Markus Grebe von den Aktiven Bürgern enthielt sich bei der Abstimmung.

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