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Gottesdienst und Kranzniederlegung zum Volkstrauertag in Korbach

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Von: Marianne Dämmer

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Gottesdienst und Kranzniederlegung zum Volkstrauertag
 in Korbach
Kranzniederlegung am Ehrenmal mit einer Abordnung der Schützengilde, Bürgermeister Klaus Friedrich, Stadtverordnetenvorsteherin Lieselotte Hiller und einer Abordnung des Kreisverbindungskommandos der Bundeswehr, Oberfeldwebel Thomas Förster und Stabsfeldwebel Walter Bangert.  © Marianne Dämmer

In Gedenken an Opfer von Krieg und Gewalt legten Vertreter der Stadt Korbach, der Vereine und des Kreisverbindungskommandos der Bundeswehr zum Volkstrauertag am 13. November Kränze auf dem Ehrenfriedhof in Korbach nieder. Zuvor fand ein ökumenischer Gottesdienst in der Nikolaikirche statt.

Korbach. Für die Liturgie verantwortlich war Pfarrer Steffen Blum, die Predigt hielt Dechant Bernd Conze. „Viele kommen zu uns, um Schutz zu suchen, vor allem seit dem 24. Februar 2022. Krieg ist nicht mehr etwas was war, sondern was ist“, sagte Pfarrer Steffen Blum: „Die Flaggen sind auf Halbmast gehisst im stillen Gedenken an die Kriegstoten. Es sind so viele Tote – und so viele Kriege, in die auch wir verwickelt sind“, etwa durch deutsche Waffen.

„Wird es jemals Gerechtigkeit geben? Unsere Mühen um Gerechtigkeit sind Stückwerk, Kompromisse – wie gut, dass wir nicht das letzte Wort haben – das liegt bei Dir, Gott, erbarme Dich“, sagte Blum. Alexander Klaus, Schüler der Louis-Peter-Schule, las ein Gedicht von Janina Bodi „Ich kenne keinen Krieg ... kann seine Schrecken nur benennen, doch andere müssen den Krieg durchleben. Ich wünschte, ich wäre nicht so machtlos dagegen. Ich wünschte, ein jeder würde ihn, wie ich, nur noch vom Hörensagen kennen“.

Dechant Bernd Conze erinnerte in seiner Predigt an die Bronzefigur „Die Trauernde“ der Wuppertaler Bildhauerin Friede Claßen, die auf dem Korbacher Ehrenfriedhof steht. „Sie wurde 1947 aufgestellt in der Hoffnung, dass es nie wieder Krieg gebe. Die Hoffnung sollte sich leider nicht erfüllen. Viele Menschen, die vor dem Schrecken des Krieges fliehen, sind jetzt hier und viele aus unseren Gemeinden helfen, wo sie nur können“, dankte Conze.

„Mit aller Kraft für den Frieden verhandeln“

Vor allem junge Leute würden sich sorgen um den Klimawandel und ihre Zukunft, ein Lebenswandel sei dringend nötig. „Was soll dieser sinnlose Krieg, der alle Fortschritte hemmt?“, fragte Conze. Die Trauernde stehe für viele Frauen und Mütter in aller Welt. „Als Christen wollen wir nicht von der Hoffnung lassen, dass es wieder Licht wird und Friede herrscht,“ schloss der Dechant. In den Fürbitten dankten er und Pfarrer Blum allen, die hinter den Fronten mit ihrem ganzen Gewicht für den Frieden verhandeln.

„Gerade in der heutigen Zeit, die uns herausfordert wie keine der letzten Jahrzehnte, gilt es für uns alle wachsam zu sein, für haarfeine Risse im Zusammenleben, wehrhaft gegen Feinde dieser Gesellschaft, friedfertig im Umgang miteinander und solidarisch mit den Bedrohten“, sagte Bürgermeister Klaus Friedrich.

Den Gottesdienst umrahmte die Evangelische Kantorei, die Kranzniederlegung der Posaunenchor der Evangelischen Stadtkirchengemeinde, jeweils unter Leitung von Ingrid Kammerer. Die Korbacher Vereine wurden vertreten von einer Abordnung der Schützengilde. (Von Marianne Dämmer)

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