Arbeiten laufen seit Mittwochabend

Halle wird Notunterkunft: Gemünden sagt alle Veranstaltungen ab

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Abtransport: Hartmut Schleiter (links) und Klaus Mattheis von der Stadt Gemünden fahren letzte Kartons mit kleineren Sportgeräten aus der Sporthalle.

Gemünden/Korbach/Mengeringhausen. 1000 zusätzliche Flüchtlinge sind eine enorme Herausforderung für Städte und Gemeinden im Landkreis. 

Aktualisiert um 16.27 Uhr.

„Wir haben angefangen, das Bürgerhaus auszuräumen und Dinge wegzuschließen, Geschirr, die Bücherei, Material für den Schulsport, Turnmatten, Tischtennisplatten“, zählte Martin Schmidt, Büroleiter der Stadt Gemünden, am Donnerstagmorgen auf. Das meiste kommt in die kleinere Sporthalle Dietrichskehle, wo ab sofort auch der Schul- und Vereinssport stattfindet. Alles, was in nächster Zeit nicht benötigt werde, komme in den Keller. Dort lagert, aufgestellt in Rollen, auch der Boden, der zur Schonung des Hallenfußbodens bei Veranstaltungen ausgerollt wird. „Wir gehen davon aus, dass wir den Boden durch einen neuen ersetzen müssen, sobald die Flüchtlinge ausgezogen sind“, sagte Schmidt. Daher habe man sich nicht die Mühe gemacht, den Schonbelag auszulegen. 

Die Gemündener Firma Alpla stellte Kartons zur Verfügung, um alles transportieren zu können. „Wenn wir fertig sind, stellen DRK und Katastrophenschutz Betten auf“, sagte Schmidt. Mehr als 250 Menschen können in der Halle aber nicht untergebracht werden. Entsprechend müssen Korbach und Mengeringhausen zusammen 750 Menschen aufnehmen. 

Unterstützung bekommt Gemünden von den Nachbargemeinden Haina und Burgwald, die Feuerwehr hilft mit Personal und Fahrzeugen, auch die städtischen Waldarbeiter werden eingesetzt. Gemündener Firmen stellten hierfür bei ihnen angestellte Feuerwehrleute und andere Helfer frei. 

Viele wussten gestern nicht, wie lang sie gebraucht werden. „Sollte heute Nachmittag noch das Inventar kommen, werden wir von der Feuerwehr sicherlich noch mal alarmiert“, sagte Peter Walter von der Feuerwehr Gemünden, der auch als Hausmeister für das Bürgerhaus tätig ist. 

Laut Bürgermeister Frank Gleim sei die Halle mit dem Bürgerhaus erst am Samstagmorgen bezugsfertig. Gemünden braucht für die Einrichtung der Notunterkunft etwas mehr Zeit als Korbach und Mengeringhausen, denn zunächst muss die alte Heizung in der Sport- und Kulturhalle wieder hergerichtet werden. Für den Anschluss an das neue Nahwärmenetz in der Altstadt war bereits damit begonnen worden, die alte Heizung auszubauen. 

Gemünden richtet Notunterkunft für Flüchtlinge ein

Dass die Sport- und Kulturhalle mit dem Bürgerhaus Notunterkunft für Flüchtlinge wird, bedeutet auch: Alle anderen Veranstaltungen in den Räumen müssen abgesagt werden: Hochzeiten, Geburtstage, Stadtverordneten- und Vereinsversammlungen, auch der Karneval im nächsten Februar und der Wochenmarkt, der immer freitags vor der Halle stattfindet. „Wir sagen erstmal alles für das nächste halbe Jahr ab“, sagte Martin Schmidt.

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