Korbacher Amtsgericht

Er holte mit Heugabel aus: 36-Jähriger muss Geldstrafe zahlen

Korbach. Weil er sauer auf eine vorbeifahrende Radfahrergruppe war, hat ein 36-Jähriger mit einer Heugabel auf die Radler gezielt. Am Dienstag musste der Mann vor Gericht.

„Ich weiß nicht, was mich da geritten hat. Es tut mir leid“, erklärte ein 36-jähriger Angeklagter aus dem Waldecker Land. Er kann nicht mehr nachvollziehen, was am 21. Juni dieses Jahres mit ihm passiert ist. Bei der Tat wurde ein 58-Jähriger aus dem Münsterland an der Hand verletzt.

Am Dienstag musste sich der Angeklagte vor dem Korbacher Amtsgericht wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verantworten. Verteidigung, Staatsanwaltschaft und das Gericht nahmen ihm die Entschuldigung ab. Gegen die Zahlung einer Geldbuße von 1500 Euro an die Lebenshilfe Waldeck wird das Verfahren eingestellt.

Der Vorfall ereignete sich an der Bundesstraße zwischen Neerdar und Usseln. Der Angeklagte war mit Mäharbeiten beschäftigt, als eine 19-köpfige Radfahrergruppe vorbeifuhr. Einer der Hunde des Angeklagten sprang daraufhin an und bellte. „Die Radfahrer haben ihn noch zusätzlich angestachelt“, erklärte der Mann vor Gericht. Erst habe er versucht, verbal auf sich aufmerksam zu machen. Als das nicht den gewünschten Erfolg brachte, holte er mit der Heugabel aus. Der Angeklagte habe noch die Polizei rufen und Verbandszeug holen wollen. Er habe sich zudem direkt beim Verletzten entschuldigt. „Mir fällt ein Stein vom Herzen, dass nicht mehr passiert ist“, versicherte er.

Vor Gericht hat sich der Angeklagte erneut bei dem Verletzten entschuldigt. „Ich möchte mich noch einmal Auge zu Auge entschuldigen. Ich hoffe, dass Sie weiterhin viel Spaß am Radfahren haben“, sagte der Mann aus dem Waldecker Land. Der Radfahrer nahm die Entschuldigung an.

„Er hat die Entschuldigung nicht nur so dahergesagt“, stellte anschließend die Staatsanwältin fest. Zudem habe der Angeklagte die 300 Euro Schmerzensgeld direkt akzeptiert und überwiesen.

Die Staatsanwältin schlug daher der Verteidigung und dem Gericht die Einstellung des Verfahrens vor. Allerdings forderte sie einen „deftigen Denkzettel“ und plädierte für eine Geldstrafe von 1500 Euro. Die kann der 36-Jährige in den nächsten sechs Monaten schrittweise ableisten. Der Angeklagte kündigte vor Gericht an, das Geld auf einmal zu zahlen. „Der Angeklagte möchte die Sache so schnell wie möglich aus der Welt geschaffen haben“, erklärte sein Verteidiger. (akl)

Rubriklistenbild: © dpa

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