Conti-Jahresbilanz in Korbach: Mehr Produkte, geringere Stückzahl

An der so genannten Trix-Anlage des Werks in Korbach: ContiTech-Mitarbeiter Thomas Schmidt. Das Foto stammt aus dem erstmals von und für die Beschäftigten erstellten Kalender des Werks. Foto: nh

Korbach. Das Continental-Werk in Korbach hat in diesem Jahr allein bei den Autoreifen fast 300 neue Artikel gefertigt. Die Stückzahl nimmt ab, die Zahl der Produkte stetig zu, lautet die Bilanz für 2014.

Der Trend gehe zu immer größeren und breiteren Reifen, berichtete Werksleiter Lothar Salokat in der Jahresbilanz 2014. Auf diese Entwicklung müssten sich das Werk und die Beschäftigten auch im kommenden Jahr einstellen. Salokat: „Die Komplexität ist die Herausforderung.“

Auf der einen Seite immer neue Artikel, auf der anderen wegbrechende Märkte und Produkte: Dass es dem Standort Korbach dennoch auch im Jahr 2014 gelungen sei, dies auszugleichen, führte Salokat darauf zurück, dass die Reifen- und Schlauchfabrik „auf vielen Beinen“ stehe. So sei es zum Beispiel auch möglich gewesen, Mitarbeiter aus der Schlauchherstellung (ContiTech) in der Reifenfertigung der Conti aufzunehmen.

Bauarbeiten 

Derzeit steht das Korbacher Conti-Werk im Zeichen der bereits begonnenen Großinvestitionen (wir berichteten). Im Gewerbegebiet Raiffeisenstraße wird für 25 Millionen Euro eine neue Logistikhalle errichtet. Auf dem Fabrikgelände ist mit dem Bau des rund 45 Millionen Euro teuren Hochtechnologiezentrum (High Performance Technology Center) begonnen worden. Darin sollen ab 2016 Reifen für besonders sportliche und hoch motorisierte Autos entwickelt und gefertigt werden. Zudem wächst neben dem Verwaltungsgebäude am Tor 1 gerade eine neue Betriebsstätte für den Bereich Zweiradreifen.

Die Produktionszahlen 2014 haben laut Salokat etwa die im Vorjahr erreicht. Wieder seien rund neun Millionen Autoreifen gefertigt worden. Auf Vorjahresniveau befinde sich auch die Fertigung der Industriereifen. Hingegen vermochte der Bereich Zweiradreifen (Fahrrad- und Motorradreifen) um zehn Prozent zuzulegen. Hier setze man weiterhin auf Wachstum. Genauere Produktionszahlen des Conti-Standortes dürften nicht mehr veröffentlicht werden, erklärte Salokat.

Nach Angaben der Geschäftsführer Petra Beckmann und Ulrich Spitzer stellte das Jahr 2014 auch für ContiTech am Standort Korbach eine Herausforderung dar. Das Wegbrechen von Produkten, etwa der Servolenkungsschläuche, konnte durch Wachstum in den Bereichen Industrieschläuche und Abgas-Management fast kompensiert werden. Dies stelle den Standort auch in den nächsten Jahren vor große Aufgaben. Beckmann und Spitzer zuversichtlich: „Aber wir werden das auf jeden Fall packen.“

Von Andreas Hermann 

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