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Kaffee zum Mitnehmen ohne Müll: Korbach führt Mehrweg-System ein

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Von: Lutz Benseler

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Stellen das Mehrwegsystem „Recup & Rebowl“ vor: (von links) Miriam Leister, Thomas Grebe, Bürgermeister Klaus Friedrich, Jana Klabunde und Lisa-Marie Fritzsche.
Stellen das Mehrwegsystem „Recup & Rebowl“ vor: (von links) Miriam Leister, Thomas Grebe, Bürgermeister Klaus Friedrich, Jana Klabunde und Lisa-Marie Fritzsche. © Lutz Benseler

Korbach „becher machen“ ist das Motto: An vier Ausgabestellen in Korbach können sich die Kunden bereits Kaffee, Suppen oder Salate in mehrfach benutzbare Becher und Gefäße von Recup füllen lassen. Weitere Betriebe sollen noch hinzukommen.

Korbach – Neben Eintopf, Bäckerei Frankenstein und dem Café Goldstück ist das Tankzentrum Grebe einer der ersten Betriebe, die beim Mehrwegsystem mitmachen. „An einer Station verkaufen wir im Schnitt 4000 bis 5000 Einwegbecher mit Kaffee pro Monat“, sagt Thomas Grebe. Mit den Pfandbechern von Recup als Alternative zum Pappbecher soll das Müllaufkommen jetzt deutlich reduziert werden. „Wir haben extra eine Spülmaschine angeschafft, damit die Becher wieder schnell in den Umlauf kommen“, sagt Grebe. Schon seit rund zwei Monaten setzt Jana Klabunde vom Café Goldstück ausschließlich auf das Mehrwegsystem. „Bei den Kunden kommt es gut an“, berichtet sie.

Das System funktioniert ganz simpel, ähnlich wie bei Pfandflaschen im Getränkemarkt: Gegen einen Pfandpreis von einem Euro für Recups und fünf Euro für Rebowls erhalten Kunden ihr Getränk oder ihr Essen zum Mitnehmen im Mehrweg-Behälter – bei Rückgabe in einem beliebigen teilnehmenden Betrieb gibt’s den jeweiligen Pfandbetrag zurück – oder ein neuer Behälter wird wieder aufgefüllt.

In Anbetracht der Mehrwegpflicht, die ab 2023 auf Gastronomen zukommt, wird das Recup-System für viele Betriebe interessant. „Wir unterstützen die Unternehmen bei der Einführung in das Pfandsystem“, sagt Bürgermeister Klaus Friedrich: Die Stadt übernimmt im ersten Jahr die Systemgebühr. Über diese wird der jeweilige Anbieter Mitglied im deutschlandweiten Pfandnetzwerk – und kann so Recups und Rebowls ausgeben und annehmen. Als Bonbon obendrauf erhalten die teilnehmenden Unternehmen einen kostenlosen Coffee-to-go-Deckel mit dem Korbach-Logo.

Die Vorteile der Becher aus Polypropylen: Sie sind langlebig und für etwa 1000 Spülgänge ausgelegt, der verwendete Kunststoff ist zu 100 Prozent recyclingfähig und hat einen relativ geringen Energieverbrauch bei der Herstellung. Die Becher sind leicht und optimal stapelbar und das Essen bleibt lange frisch.

Die Stadt wirbt seit dieser Woche mit einer Kampagne in den Sozialen Medien für das Mehrwegsystem. „Der Umwelt und dem Stadtbild zuliebe wollen wir einen positiven Einfluss auf diese Entwicklung nehmen und gemeinsam mit allen Bürgern, Gästen und Partnern die Nachhaltigkeit im to-go-Bereich dauerhaft verbessern“, sagt der Bürgermeister. Interessierte Gastronomen und Händler können sich direkt an die Stadt wenden. korbach-becher-machen.de

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