Großveranstaltungen in Korbach in Corona-Zeiten

Kaum Chancen für Mittelalter-Markt, Hanse-Festival auf 2022 verschoben

Feuerspucker: Bei der Eröffnung des Mittelalterlichen Marktes im Jahr 2017 zeigte Daniel Rudolph eine spektakuläre Show. Dieses Jahr wird es damit wohl eher nichts. Archivfoto: Julia janzen
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Feuerspucker: Bei der Eröffnung des Mittelalterlichen Marktes im Jahr 2017 zeigte Daniel Rudolph eine spektakuläre Show. Dieses Jahr wird es damit wohl eher nichts. Archivfoto: Julia janzen

Corona-Lockerungen, einstellige Inzidenzen, immer mehr Geimpfte: Für viele Menschen hat der Alltag schon wieder so etwas wie Normalität angenommen.

Da mag sich der ein oder andere fragen, wie es mit den in der zweiten Jahreshälfte geplanten Veranstaltungen in Korbach und den Stadtteilen aussieht? Die Antwort darauf ist nicht leicht zu geben.

Über allem schwebt die Unsicherheit, wie sich die Pandemie weiter entwickelt. Eines steht aber fest: Große Märkte und Feste, bei denen die Zahl der Besucher nicht eingegrenzt werden kann, sind nach aktuellem Stand nahezu unmöglich. Ein Überblick:

In diesem Jahr sollte Anfang September das Hanse-Festival in Korbach stattfinden. Die 2020 geplante Premiere war bereits auf 2021 verschoben worden, doch Corona macht dem zweitägigen internationalen Straßenmusikfestival wieder einen Strich durch die Rechnung. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, betont Bürgermeister Klaus Friedrich. Die Sicherheit der Besucher und Musiker müsse aber absolute Priorität haben. Selbst wenn sich die Lage in den nächsten Wochen weiter entspannen sollte, stünden alle noch einige Zeit in der Verantwortung, durch umsichtiges Verhalten einer erneuten Ausbreitung des Virus’ entgegenzuwirken. „Wir freuen uns nun auf die Premiere des Hanse-Festivals am ersten Septemberwochenende 2022“, ergänzt der künstlerische Leiter des Festivals, Jörg Pfeil.

Die Absage des Mittelalterlichen Marktes – der für das zweite Oktoberwochenende geplant ist – hat die Korbacher Hanse als Veranstalterin noch nicht offiziell verkündet. Vorsitzender Jürgen Tent ist aber extrem skeptisch. „Wir treffen uns Anfang Juli noch einmal mit dem Vorstand, um final zu entscheiden. Alles andere als eine Absage wäre – Stand jetzt – aber eine Riesenüberraschung.“ Alles spreche derzeit gegen die Ausrichtung des Mittelalterlichen Marktes, der stets mehrere zehntausend Besucher anzieht. „Wir müssten sicherstellen, dass nur eine bestimmte Anzahl von Menschen auf das Marktgelände kommt. Wir können die Fußgängerzone aber nicht komplett absperren und überall mit Einlasskontrollen versehen. Der uneingeschränkte Zugang zu den Geschäften muss gewährleistet sein“, so Tent. Außerdem sei die Fußgängerzone von vielen Seiten aus erreichbar.

Gehört beim Enser Weinfest auch dazu: der Festzug. Ob die Veranstaltung dieses Jahr stattfinden kann, ist noch offen – wenn, dann in kleinerem Rahmen. Archiv

„Die Frage ist zudem: Wie halten alle die Abstände ein?“, fragt der Korbacher. Beim Thema „Hygiene“ stoße man ebenfalls an Grenzen. Das einfache und gründliche Spülen der Gläser im Becken reiche in der Pandemie nicht aus – man benötige nun richtige Maschinen. Das sei aber für viele Schausteller finanziell und logistisch nicht umzusetzen. Heißt: Die Absage des Mittelalterlichen Marktes in Korbach ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Nicht ganz so düster ist die Prognose für das Enser Weinfest. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Carmen Schulze, Schriftführerin vom Verein „Enser Brandhölzer“, der das Fest ausrichtet. Man wolle die nächsten Wochen abwarten. Mittlerweile seien im Außenbereich bei Veranstaltungen 500 Personen erlaubt. „Das reicht natürlich nicht aus, weil wir freitags beim Discoabend immer zwischen 600 und 900 sowie samstags beim Weinfest noch einmal 1000 Besucher haben. Am Sonntag findet noch der stets gut besuchte Gottesdienst statt“, so Carmen Schulze.

Falls das Weinfest stattfinde, werde es daher im kleinen Rahmen gehalten und auch nur an zwei Tagen durchgeführt. „Das alles gilt aber nur unter Vorbehalt. Wir müssen schauen, ob wir mit Blick auf das zweite Septemberwochenende zeitnah eine Sicherheit haben, was wir dürfen und was nicht. Am Ende müssen wir auch ehrlich zu uns selbst sein und uns die Frage stellen, ob die Ausrichtung des Weinfestes in Corona-Zeiten mit Blick auf den damit verbundenen Aufwand überhaupt sinnvoll ist“, so Carmen Schulze.

Musicals und Comedy: Bislang kaum Absagen

Kabarettist Florian Schröder auf der Freilichtbühne in Korbach, Komikerin Mirja Boes sowie Bibi Blocksberg als Musical in der Stadthalle: Bislang sollen diese Veranstaltungen im August, Oktober und November 2021 wie geplant stattfinden. „Abgesagt wurde allerdings das Tribute-Event zu Tina Turner in der Stadthalle, das in diesem Jahr am 12. November hätte stattfinden sollen“, berichtete Ute Jennemann, Leiterin des Kulturamtes in Korbach. Wenn der neue Termin feststehe, werde dieser sofort bekannt gegeben.

Ute Jennemann, Leiterin des Sozial- und Kulturamtes in Korbach

Ute Jennemann weist zudem darauf hin, dass die geltenden Corona-Regeln „selbstverständlich eingehalten werden“. Die neuen Lockerungen dürften hierbei einiges vereinfachen. Veranstaltungen sind ab morgen ohne besondere Genehmigung, aber mit Hygiene- und Abstandskonzepten im Innenbereich mit bis zu 250 Personen, im Außenbereich mit bis zu 500 Personen möglich.

Weitere Infos zu den Veranstaltungen in Korbach unter: korbach.de.

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