Einsatz als Schlüsseldienst

Kleinkind sperrt den Babysitter aus: Korbacher Feuerwehr öffnet die Wohnungstür

Korbach. Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit, schon schlägt die Haustür zu. Wenn man Babysitter ist und plötzlich ohne Schlüssel vor dem Haus steht, in dem sich der zweijährige Schützling aufhält, wird es mitunter brenzlig. Gut, dass es die Feuerwehr gibt.

So geschehen am Samstagabend in der Kreisstadt: Eine 14-jährige Korbacherin passt auf ihren zwei Jahre alten Neffen auf. Der muntere Knirps geht irgendwann nach draußen, die Tante hinterher. Als das Kind wieder ins Haus geht, fällt die Tür ins Schloss. Alle Versuche, das Kind dazu zu bringen, die Tür wieder zu öffnen, scheitern.

„Wir haben versucht, einen Schlüsseldienst zu kriegen“, sagt später eine Nachbarin, bei der die 14-Jährige um Hilfe bittet. Einer der Dienste ist nicht zu erreichen, der andere hätte nach Auskunft der Nachbarin eine längere Anfahrt gehabt. Versuche, die Tür mit Schraubenziehern und anderen Werkzeugen zu öffnen, schlagen fehl.

Die Frau verständigt schließlich die Leitstelle. Von dort wird die Feuerwehr alarmiert. Die Brandschützer unter Leitung von Wehrführer Jörn Häußler rücken in die Korbacher Innenstadt aus und öffnen mit Spezialwerkzeug die Haustür. Augenblicke später schließt die 14-Jährige ihren Neffen wieder in die Arme - und dankt den Feuerwehrleute mit einer Träne der Erleichterung im Auge.

„Gott sei Dank, dass es die Feuerwehr gibt“, sagt die dankbare Nachbarin zu den Brandschützern. „In solchen Momenten ist man gern Feuerwehrmann“, meint Häußler. Der Wehrführer lässt sich trotz aller Freude bei den Beteiligten den Personalausweis der Anruferin zeigen und versichert sich auf diese Weise, dass alles seine Richtigkeit hat.

Üblicherweise tritt die Feuerwehr nicht als „Schlüsseldienst“ auf. Die Brandschützer öffnen Türen nur dann, wenn Gefahr in Verzug ist oder der Rettungsdienst keinen anderen Zugang zu einer Wohnung bekommt, in der eine Person in Not dringend Hilfe benötigt. Der Fall am Samstag war für Babysitter und Kind in jedem Fall eine Notlage.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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