Stadtverordnete beraten über neue Gebührensätze

Korbach dreht an Gebührenschraube: Abwasser und Straßenreinigung sollen teurer werden

Die Kläranlage Ittertal: Die Reparaturkosten sind gestiegen, außerdem erwartet der Abwasserverband Ittertal größere Investitionen in den nächsten Jahren. Deshalb sollen die Abwassergebühren angehoben werden.
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Die Kläranlage Ittertal: Die Reparaturkosten sind gestiegen, außerdem erwartet der Abwasserverband Ittertal größere Investitionen in den nächsten Jahren. Deshalb sollen die Abwassergebühren angehoben werden.

Die Abwassergebühren in Korbach sollen steigen. Ein Grund: Die 2005 in Betrieb genommene Kläranlage in Ittertal hat wachsenden Reparaturbedarf, außerdem rechnet der Abwasserverband mittelfristig mit weiteren Investitionen, beispielsweise in eine vierte Reinigungsstufe. Auch die Straßenreinigung soll teurer werden.

Korbach – 15 Jahre waren die Gebühren stabil geblieben, doch jetzt muss Korbach an der Gebührenschraube drehen: Die Stadt rechnet von 2022 bis 2024 mit einem Fehlbetrag von insgesamt 3,9 Millionen Euro, wenn die Gebührensätze so bleiben, wie sie sind.

Generell gilt, die Gebühren der Abwasserentsorgung so zu gestalten, dass Kostendeckung erreicht wird. Kommunen sollen mit dieser Pflichtaufgabe keine Gewinne erzielen, aber auch keine Verluste einfahren. Deshalb müssen die Gebühren nun korrigiert werden. Folgende Gebührenerhöhungen sind geplant:

  •  Schmutzwasser mit Fäkalien: von 2,63 Euro pro Kubikmeter auf künftig 3,34 Euro.
  •  Schmutzwasser ohne Fäkalien: von 1,55 Euro pro Kubikmeter auf 1,97 Euro.
  •  Kühlwasser: von 0,78 Euro pro Kubikmeter auf 0,99 Euro.
  •  Niederschlagswasser: von 0,39 Euro pro Kubikmeter auf 0,50 Euro.

Im Kreisvergleich würde Korbach damit immer noch im Mittelfeld liegen: Die günstigste Gemeinde ist Allendorf mit 2,10 Euro pro Kubikmeter für Schmutzwasser mit Fäkalien. Am teuersten ist die Stadt Waldeck mit 5,26 Euro pro Kubikmeter. Zusätzlich wird dort eine Grundgebühr von 84 Euro fürs Schmutzwasser erhoben.

„Die geplante Gebührenanpassung liegt unter der Inflationsrate von zwei Prozent im Jahr“, betonte Büroleiter Ralf Buchloh im Haupt- und Finanzausschuss am Mittwoch. Es sei in den vergangenen Jahren gelungen, die Anlage extrem wirtschaftlich zu betreiben.

Doch mittlerweile macht sich nicht nur der steigende Reparaturbedarf bemerkbar: Der Gesetzgeber hat laut Stadt in den letzten Jahren die technischen Anforderungen immer wieder erhöht. Mittelfristig rechnet der Abwasserverband damit, beispielsweise in eine vierte Reinigungsstufe investieren zu müssen oder in eine Phosphatrückgewinnung aus Klärschlamm, falls die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung verboten wird.

Der Haupt- und Finanzausschuss empfiehlt einstimmig, die Gebühren anzuheben. Die Stadtverordneten beschließen am 23. September.

Höhere Gebühren für Straßenreinigung

Die Stadtverordnetenversammlung soll außerdem über höhere Gebühren für die Straßenreinigung entscheiden. Zuletzt waren die Gebühren vor zehn Jahren angehoben worden: Damals von 72 Cent pro laufenden Meter auf 96 Cent.

In den meisten Teilen der Kernstadt reinigt die Stadt Korbach die Straßen maschinell. Die Anlieger zahlen dafür eine Gebühr. Und diese soll jetzt angehoben werden. Die Stadt nennt mehrere Gründe dafür. Zum einen allgemeine Preissteigerungen und die Inflationsrate in den vergangenen Jahren. Zum anderen seien die Personalkosten gestiegen. Schließlich muss die Stadt mehr für die Entsorgung des Kehrichts bezahlen. Schon jetzt decken die Gebühren nicht mehr den Aufwand. Im vergangenen Jahr lag die Unterdeckung bei rund 52 000 Euro.

Der neue Gebührensatz soll 1,80 Euro pro laufendem Meter betragen. Für ein Einfamilienhaus mit einer Straßenanliegerfront von 20 Metern bedeutet das eine Jahresgebühr von 36 Euro. Zum Vergleich: Frankenberg berechnet derzeit einen Euro pro laufendem Meter, plant aber eine Erhöhung für 2022. in Kassel liegt die Standardgebühr bei 3,48 Euro pro Meter.

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