Ausnahmen sind Bundes-, Land- und Kreisstraßen

Korbach nahezu flächendeckend verkehrsberuhigt: Fast überall Tempo 30

Tempo 30 gilt am Kniep in Korbach: Wohngebiete sind in der Kernstadt verkehrsberuhigt.
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Tempo 30 gilt am Kniep in Korbach: Wohngebiete sind in der Kernstadt verkehrsberuhigt.

Viele Straßen in Korbach sind Tempo-30-Zonen oder verkehrsberuhigt. Nahezu flächendeckend hat die Stadt in Wohngebieten und in Gebieten mit hoher Fußgänger- und Fahrradverkehrsdichte das Tempolimit heruntergesetzt. Doch es gibt auch Ausnahmen.

Korbach – Seit 1957 gibt es Tempo 50 in Innenstädten, in den 80er- Jahren wurden die ersten Tempo 30-Zonen ausgewiesen. Sie unterliegen strengen Vorgaben. Wenn Kommunen das Tempolimit in einer Straße heruntersetzen wollen, müssen sie das gut begründen. So muss beispielsweise eine objektive Gefahrensituation vorliegen, etwa das Einzugsgebiet eines Kindergartens oder einer Schule, um die Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometer pro Stunde zu erlassen. Oder Anwohner sollen vor Lärm geschützt werden.

Die Stadt Korbach hat in den vergangenen Jahren in der Kernstadt fast flächendeckend und auch in den Ortsteilen an vielen Stellen Tempo-30-Zonen ausgewiesen. Zusätzlich gibt es verkehrsberuhigte Zonen unter anderem in der Fußgängerzone und am Obermarkt. Hier gilt Schrittgeschwindigkeit.

Auf bestimmten Straßen gilt jedoch weiter Tempo 50. Das schreibe die Straßenverkehrsordnung vor, erklärte Ordnungsamtsleiter Carsten Vahland in der Stadtverordnetenversammlung auf eine Nachfrage von Thomas Balzer von den Grünen. Tempo-30-Zonen dürfen demnach nicht in überörtlichen Bundes-, Land- oder Kreisstraßen eingerichtet werden. Ausgenommen sind auch weitere Straßen mit Durchgangsverkehr, Vorfahrt- und Vorrangstraßen, Straßen mit Fahrbahnmarkierungen und Straßen in Industrie- und Gewerbegebieten.

„Wir haben aber selbst auf Vorrangstraßen bei Bedarf Teilstrecken zusätzlich verkehrsberuhigt“, sagt Vahland. Beispiele sind etwa der obere Bereich der Louis-Peter-Schule oder der mittlere Teil des Nordwalls in Höhe des Seniorenheims. „Hier gehen wir auch teilweise über den eigentlichen gesetzlichen Rahmen hinaus, wenn es sich um eine pragmatische und sinnvolle Lösung handelt.“ Doch das wird offenbar nicht von allen so gesehen. In einzelnen Fällen haben sich laut Vahland Bürger oder Behörden an das hessische Verkehrsministerium gewandt und die Stadt habe daraufhin bereits umgesetzte Maßnahmen wieder aufheben müssen. Vahland: „Zuletzt ist das in der Straße am Hauptbahnhof oder auch in Strothe der Fall gewesen.“

Trotzdem ist sein Fazit positiv. Beim Thema Verkehrsberuhigung sei Korbach viel weiter als andere Städte und Gemeinden. Vahland: „Aktuell laufende Tempo-30-Initiativen anderer Städte – auch Großstädte – zielen auf einen Zustand, den wir in Korbach bereits seit vielen Jahren umgesetzt haben.“

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