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Bonhage-Museum präsentiert: Korbach und die 50er-Jahre

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Von: Philipp Daum

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In der 50er-Jahre-Wohnecke: Bürgermeister Klaus Friedrich, Museumsleiter Arnulf Scriba und Historikerin Dr. Marion Lilienthal (von links) eröffneten die Sonderausstellung. Ob Petticoat, Föhn oder Haushaltshelfer – es gibt viel zu sehen.
In der 50er-Jahre-Wohnecke: Bürgermeister Klaus Friedrich, Museumsleiter Arnulf Scriba und Historikerin Dr. Marion Lilienthal (von links) eröffneten die Sonderausstellung. Ob Petticoat, Föhn oder Haushaltshelfer – es gibt viel zu sehen. © Philipp Daum

Der Petticoat hängt in einer der zahlreichen Glasvitrinen, die Petzi-Bücher liegen in direkter Nachbarschaft zum Comic von Prinz Eisenherz.

Ein paar Meter weiter steht er da, der Rolls-Royce unter den Unterhaltungsgeräten: Fernseher, Radio und Plattenspieler in einem – sogar eine Fernbedienung ist dabei. Auch eine künstliche Ausgabe des Toast Hawaii wurde angerichtet – natürlich auf Arzberg-Porzellan.

Korbach - Die Sonderausstellung „Korbach und die 50er-Jahre“ hat Einzug ins Wolfgang-Bonhage-Museum gehalten und ist ab sofort zu bestaunen. Entworfen und umgesetzt hat sie Museumsleiter Arnulf Scriba. Tatkräftige Unterstützung erhielt er dabei von Marion Lilienthal, die ihm zusätzliche Ideen lieferte – schließlich hat die Historikerin gerade die zweite Auflage ihres Buches „Korbach entdecken – Nachkriegszeit, Aufbruch und Wirtschaftswunder 1945 bis 1959“ herausgebracht. Das Buch ist zum Preis von 29,80 Euro im Handel, bei der Tourist-Information in Korbach und im Bonhage-Museum erhältlich.

Doch damit nicht genug: Um die Vorstellungen des Museumsleiters auch umsetzen zu können, brauchte es die Unterstützung der Korbacherinnen und Korbacher. „Und die war groß“, sagten Arnulf Scriba und Bürgermeister Klaus Friedrich am Donnerstag bei der offiziellen Eröffnung der Sonderausstellung. Zahlreiche Exponate aus den 1950er-Jahren fanden in den zurückliegenden Wochen den Weg aus Korbacher Haushalten ins Bonhage-Museum.

Aufgebaut ist die Ausstellung nach dem Prinzip des Alphabets. Zu jedem Buchstaben wird ein passendes Thema zu den 50er-Jahren präsentiert. Häufig spielen Korbacherinnen und Korbacher sowie Unternehmen und Vereine hierbei eine wichtige Rolle, die auf Bildern, in Hinweistexten und mit Ausstellungsstücken in Szene gesetzt wurden. Der eine oder andere ältere Besucher der Ausstellung wird daher auch immer wieder bekannte Gesichter wiedererkennen – und sich gleichzeitig in einer Zeitreise befinden, die ihn in eine bunte, spannende und zugleich ambivalente Epoche bringt.

Aber auch Jüngere dürften sich in der Ausstellung aufgrund der Vielzahl an Exponaten gut informiert und unterhalten fühlen – zumal die 1950er-Jahre für viele junge Menschen ein bislang unentdecktes Terrain sind.

„Die 50er sind eine Sandwich-Dekade. Die eine Hälfte klammerte sich an Traditionen, die andere war bereit für Neues und lebte dies auch“, betonte Bürgermeister Klaus Friedrich. Auch in Korbach seien diese Gegensätzlichkeiten überall erkennbar gewesen. Gleichzeitig habe sich die Stadt in dieser Zeit durch die Schaffung neuen Wohnraums so rasant entwickelt, wie es davor und danach in dieser Form nicht mehr vorgekommen sei.

Arnulf Scriba wies darauf hin, dass sich auch die Jahre innerhalb 50er stark unterschieden. „In den ersten Jahren gab es hier und da mal einen Fernseher oder ein Auto. Das waren echte Luxusgüter. Ab 1958 gab es dies überall“, sagte der Museumsleiter. Beleuchtet werde in der Sonderausstellung auch die damalige Rolle der Ehefrau, die in den 1950er-Jahren nicht als gleichwertige Partnerin gegolten habe. „Der Ehemann war der Anführer der Familie. Auch in den damaligen Werbebotschaften wurde die Rolle der Frau als Hausfrau deutlich herausgestellt“, so Scriba. In der Ausstellung bekämen die Besucher auch einen Eindruck davon, denn auf einem Bildschirm seien Beispiele damaliger Werbespots zu sehen.

Öffnungszeiten

Die Sonderausstellung „Korbach und die 50er-Jahre“ ist von Freitag, 15. Juli, bis einschließlich Sonntag, 6. November, während der Öffnungszeiten des Wolfgang-Bonhage-Museums (Kirchplatz 2) zu sehen. Diese sind von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 16.30 Uhr.

Schulklassen und Gruppen können die Ausstellung nach Vereinbarung (Telefon: 05631/53-289) auch außerhalb der Öffnungszeiten besichtigen. Weitere Infos: korbach.de/museum

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