Korbacher Bäder: Mehrheit stimmt für neue GmbH als Betreiber

Korbach. Den Betrieb des seit April 2012 geschlossenen Hallenbades und des Freibades soll eine neue Gesellschaft übernehmen. Die Suche nach einem Geschäftsführer der GmbH läuft bereits.

Mit großer Mehrheit ist die Gründung einer Bäderbetriebsgesellschaft von der Korbacher Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden. Allerdings ging dem Votum in der Jahresabschluss-Sitzung eine Diskussion um die Vorgehensweise voraus.

Wie berichtet, will die Stadt mit der neuen GmbH den Betrieb des Hallenbades und des Freibades übernehmen und damit mehr Einfluss ausüben. Bislang ist die Energie Waldeck-Frankenberg GmbH (EWF) Eigentümerin und Betreiberin der Bäder. Die Stadt übt lediglich Einfluss über den Gesellschafterausschuss Bad der EWF aus, nicht aber auf das operative Geschäft.

„Es geht um Einfluss“ 

Für Kritik sorgte zunächst die vor der Sitzung veröffentlichte Stellungnahme der Grünen, die vor eiligem Aktionismus in Sachen GmbH-Gründung gewarnt hatten. Die Stellungnahme habe ihn sehr geärgert, betonte der CDU-Stadtverordnete Timo Lockemann. Die Präsentation von EWF-Geschäftsführer Schaller zu den Mängeln im Hallenbad und zum juristischen Fortgang reichten nicht aus. Lockemann: „Es geht um Einfluss.“

Eine Beschleunigung des Verfahrens erhoffte sich auch Kai Schumacher, Fraktionschef der Freien Wähler, von der neuen Bäder-GmbH. Die Angelegenheit sei festgefahren, meinte FDP-Fraktionsvorsitzender Arno Wiegand. „Wir müssen neue Wege finden.“

Zur Kritik an der Suche nach einem GmbH-Geschäftsführer erklärte der SPD-Stadtverordnete Helmut Schmidt in Richtung Grünen-Fraktion, die Bäderbetriebsgesellschaft müsse bereits bei der Gründung einen Geschäftsführer haben und die Suche werde sich aller Voraussicht nach nicht so einfach gestalten.

Als „grobe Missachtung des Parlaments“ bezeichnete hingegen Grünen-Fraktionschef Dr. Peter Koswig die Veröffentlichung der Geschäftsführer-Stellenausschreibung schon vor der Sitzung am Freitagabend. Das sei ein Fehler der Zeitung gewesen. „Die Ausschreibung war so nicht geplant“, sagte dazu Hauptamtsleiter Karl-Helmut Tepel.

Getrennte Abstimmung 

Auf Antrag der Grünen wurde über die Punkte der Beschlussvorlage getrennt abgestimmt. Mit großer Mehrheit - einzig gegen die Stimmen von Pro Korbach - wurde der Gründung der Bäderbetriebsgesellschaft und deren Vorbereitung durch den Magistrat zugestimmt. Die Ausschreibung der Geschäftsführer-Stelle wurde gegen die Stimmen von Pro Korbach und der Grünen beschlossen.

„Die Spatzen pfeifen es bereits vom Dach.“ Ob der Geschäftsführer der GmbH schon bekannt sei, fragte Beate Mehrhoff (Pro Korbach). Das sei „erstunken und erlogen“, wies dies SPD-Fraktionschef Henrik Ludwig zurück.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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