Mit dem Korbacher Dackel auf dem langen Weg zum Unesco-Weltnaturerbe

Der Korbacher Dackel: Fossilien des 250 Millionen Jahre alten Reptils zählen zu den wichtigsten Funden in der Korbacher Spalte. Auf der Nordhalbkugel wurde das Reptil Procynosuchus nur dort gefunden.

Korbach. Die Korbacher Spalte neben den Buchenwäldern des Nationalparks Kellerwald/Edersee als zweite Weltnaturerbestätte im Landkreis: Schon länger gibt es diese Idee. Jetzt soll sie vorangetrieben werden. Das kündigten am Mittwoch der Geopark Grenzwelten und die Stadt Korbach an.

Bis die bedeutende Fossilien-Fundstätte anerkannt werden könnte, gehen allerdings noch Jahre ins Land. Der Antrag auf die Anerkennung könnte nach Einschätzung von Geopark-Leiter Norbert Panek frühestens 2024 gestellt werden. Bei der Anmeldung seien strenge Kriterien zu beachten, sagte Panek. Die Aufnahme in das weltweite Netzwerk der Welterbestätten sei mit einer langwierigen und vor allem aufwendigen Prozedur verbunden.

Gerade in Deutschland bestehe ein Mangel an Weltnaturerbestätten, unterstrichen Panek und Müllenhoff. 36 der 39 deutschen Welterbestätten seien sind Kulturstätten. Außerdem sei in der nationalen Anmeldeliste derzeit kein Naturerbe-Vorschlag enthalten.

Deshalb kämen gerade bedeutende paläontologische Fundstätten für eine Nominierung in Frage, wenn sie die Kriterien „Einzigartigkeit“ und „Unversehrtheit“ erfüllen. Ein Beispiel in Deutschland ist die Fossilienfundstätte Grube Messel bei Darmstadt. Die Korbacher Spalte gilt zusammen mit der Grube Messel als das bedeutendste paläontologische Bodendenkmal Hessens.

Allerdings verfüge die Spalte derzeit nicht die Voraussetzungen für eine Nominierung als Welterbe, räumt Panek ein. Es gebe aber das entsprechende Entwicklungspotenzial, unterstreichen Panek und Müllenhoff. Etappenweise solle man sich dem Ziel der Nominierung als Welterbe nähern, sagt der Geopark-Leiter. Erst am Ende dieses Prozesses könne das Nominierungsverfahren eingeleitet werden.

Die Kosten seien noch nicht absehbar, ergänzte Panek. (ber)

Wie aufwändig die Vorbereitung zu einer möglichen Anerkennung als Welterbestätte ist, lesen Sie in der gedruckten Freitag-Ausgabe der Waldeckischen und Frankenberger Allgemeinen.

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