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Korbacher feiern mit Festgottesdienst die Wiedereröffnung ihrer Nikolaikirche

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Nach dem Empfang zur Wiedereröffnung der Korbacher Nikolaikirche am Pfingstmontag - von links: Christine Wicke vom Bad Arolser Architektenbüro Müntinga und Puy, die Pfarrer Merle Blum, Manuela Wolske und Steffen Blum, die SPD-Bundestagsabgeordnete Esther Dilcher, Dekanin Eva Brinke-Kriebel, die Vorsitzende des Fördervereins, Sabine Neuhaus, der Korbacher Bürgermeister Klaus Friedrich und der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Fritz Willems.
Nach dem Empfang zur Wiedereröffnung der Korbacher Nikolaikirche - von links: Christine Wicke vom Bad Arolser Architektenbüro Müntinga und Puy, die Pfarrer Merle Blum, Manuela Wolske und Steffen Blum, die SPD-Bundestagsabgeordnete Esther Dilcher, Dekanin Eva Brinke-Kriebel, die Vorsitzende des Fördervereins, Sabine Neuhaus, der Korbacher Bürgermeister Klaus Friedrich und der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Fritz Willems. © Schilling, Karl

Mit einem Festgottesdienst feierte evangelische Gemeinde am Pfingstmontag die Wiedereröffnung der Korbacher Nikolaikirche. Mehr als zwei Jahre dauerte die Innensanierung, bei der sich das Erscheinungsbild deutlich änderte.

Korbach – Doppelten Grund zum Feiern hatte die evangelische Stadtkirchengemeinde: Am „Geburtsfest der Kirche“ zu Pfingsten nehme sie die Nikolaikirche in ihrem „neuen Gewand wieder in Dienst“, erklärte Pfarrer Steffen Blum – nach mehr als zwei Jahren der Renovierung wurde das gotische Gotteshaus mit einem Festgottesdienst wiedereröffnet.

Feierlich zog der Kirchenvorstand ins Kirchenschiff ein. Ihm sei ein Schauer den Rücken herunter gelaufen, als er wieder das Orgelspiel von Petra Bangert gehört habe, sagte Blum. Auch wenn noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen seien: „Wir freuen uns, dass wir sie wiederhaben – unsere Nikolaikirche.“

Festgottesdienst zur Wiedereröffnung der Korbacher Nikolaikirche: Feierlich zog der Kirchenvorstand zu Beginn ins Kirchenschiff ein.
Feierlich zog der Kirchenvorstand ins Kirchenschiff ein. © Schilling, Karl

„Heller, wärmer und mehr Platz“

Er erinnerte an die Planungen: „Heller, wärmer und mehr Platz“ – das seien die Wünsche bei der Neugestaltung gewesen. Ziel sei immer gewesen, dass die Menschen sagten: „Das ist meine Kirche, hier fühle ich mich zu Hause.“ In den vorigen zwei Jahren der umfangreichen Bauarbeiten „haben wir viel gelernt“ – gerade, flexibel zu sein.

Hinzu kamen die Corona-Beschränkungen – und die neuen Wege der Kirche, um Menschen weiter zu erreichen.

Stetiger Wandel

Trotz ihres festen Glaubensfundaments sei Kirche nie fertig, sagte Pfarrerin Merle Blum. Gebäude hätten sich immer gewandelt, wichtig seien die Menschen in einer lebendigen Kirche. Glaubensinhalte müssten immer zeitgemäß zu ihnen gebracht werden, betonte sie.

„In vielfältiger Art und Weise Gemeinschaft leben“

„Wir haben Wert darauf gelegt, dass sich Menschen gern hier aufhalten“, erklärte Pfarrerin Manuela Wolske. Sie sollten „in vielfältiger Art und Weise Gemeinschaft leben“ – ob bei Gottesdiensten, Konzerten oder auch Ausstellungen. Touristen besichtigten die Kirche, Korbacher kämen zur Einkehr, auch Kinder und Konfirmanden sollten sich „hier zu Hause fühlen“.

Sie hoffe dass Künstler die Kirche entdeckten und „dass die Musik Menschen zusammenbringt“ – Geschichte und Gegenwart seien dort verbunden und brächten die Menschen in Verbindung zu Gott.

Der markante Turm stehe symbolisch für die Kirche, sagte Merle Blum: Sie müsse klar erkennbar sein, Profil haben – und sie gehöre in die Gemeinschaft. Sie müsse die „Botschaft Jesu weitergeben“. Die neu gestaltete Kirche sei „heller und strahlender“ – aber das Licht der Kirche solle auch nach außen strahlen, die Menschen sollten strahlen – denn: „Meine Kirche lebt von dir und mir.“

Kosten rund 2,8 Millionen Euro

Der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Fritz Willems, dankte nach dem Gottesdienst Bund, Land, Landeskirche, Stadt und Spendern für ihre Unterstützung – waren doch 2,8 Millionen Euro aufzubringen. Der Kostenplan sei eingehalten worden. Der Kirchenerhaltungsfond der Landeskirche habe das Gotteshaus schon zum zweiten Mal aufgenommen, was einzigartig sei.

Christine Wicke vom Bad Arolser Architektenbüro Müntinga und Puy erinnerte an die Vorgabe, die Kirche heller und einladender zu gestalten und sie flexibler nutzbar zu machen. Knapp listete sie die vielen Veränderungen auf.

Kirchen sind das „Herz Korbachs“

„Wer baut, macht sich nicht nur Freude“, sagte Bürgermeister Klaus Friedrich, der erst kürzlich sein neues Büro im Rathaus bezogen hat. Die Renovierung der Nikolaikirche sei gelungen, es sei ein schönes Haus Gottes geworden. Die beiden Kirchen bildeten das „Herz Korbachs“, sie stünden auch für die Bewahrung humanistischer Traditionen und seien sinnstiftend bei „existenziellen Fragen“ – von der Wiege bis zur Bahre. Die Verbindung von Hansestadt und Kirche sei „eng und prägend“.

Die Vorsitzende des Fördervereins, Sabine Neuhaus, hob die hohe Spendensumme hervor und zeichnete den langen Planungsprozess nach. Gemeinsames Ziel sei gewesen, die Kirche für die Zukunft zu erhalten. Die Entscheidungen seien nicht immer einfach gewesen. Sie erinnerte gerade an den „schwierigen Entscheidungsprozess“ bei der neuen Farbgebung. Kritik daran, etwa in „Mein Waldeck“, wies sie zurück: „Lassen Sie den Raum unvoreingenommen auf sich wirken.“ Der Vorwurf „Eventkirche“ werde dem neu gestalteten Gotteshaus nicht gerecht.

Dank an Sabine Neuhaus und Fritz Willems

Besonders hob Pfarrer Steffen Blum das Wirken von Sabine Neuhaus, und Fritz Willems, hervor: Ohne ihren ehrenamtlichen Einsatz sei die Renovierung so nicht möglich gewesen. 

Festgottesdienst zur Wiedereröffnung der Korbacher Nikolaikirche: Kantor Stefan Kammerer gestaltete  den Festgottesdienst am Keybord mit.
Kantor Stefan Kammerer gestaltete den Festgottesdienst am Keybord mit. © Schilling, Karl

Neben der Organistin Petra Bangert gestaltete Kantor Stefan Kammerer am Keybord den Gottesdienst mit. Ein Empfang schloss sich an, der Förderverein hatte ein Buffet aufgebaut und bot Getränke an. Viele Besucher stießen mit einem Glas Sekt auf die Wiedereröffnung an.

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