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Korbacher Frank Lamm steht für Netflix hinter der Kamera

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Von: Lutz Benseler

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„München – Im Angesicht des Krieges“: (von links) Jannis Niewohner als Paul Hartman, Liv Lisa Fries als Lena, George MacKay als Hugh Legat.
„München – Im Angesicht des Krieges“: (von links) Jannis Niewohner als Paul Hartman, Liv Lisa Fries als Lena, George MacKay als Hugh Legat. © Frederic Batier / NETFLIX

Mit dem Netflix-Thriller „München“ und Folgen für die Serie „The Crown“ des Streamingdienstes ist der aus Korbach stammende Kameramann Frank Lamm international gut im Geschäft.

Korbach – Für beide Netflix-Produktionen arbeitet Lamm wieder mit dem Regisseur Christian Schwochow zusammen – seit rund 20 Jahren ein eingespieltes Team. Die lange Zeit der Zusammenarbeit führe zu einem blinden Verständnis, sagt Lamm: „Wie in einer alten Ehe weiß man einfach, was der andere denkt und fühlt und welche Vorstellungen er von der Geschichte, von bestimmten Motiven hat und von dem allgemeinen Gefühl, das der Film vermitteln soll. Das hilft sehr dabei, im Alltag des Drehens und der Vorbereitung Entscheidungen zu treffen und sich auf die Entscheidungen des anderen verlassen zu können. Und damit bleibt viel Energie für das, was eigentlich wichtig ist“, sagt der 42-Jährige.

In „München – Im Angesicht des Krieges“ erzählen Schwochow und Lamm die Geschichte der Dringlichkeitskonferenz 1938, die den 2. Weltkrieg abwenden sollte. Der Thriller schildert die scheinbar unaufhaltsame Entwicklung Europas aus der Perspektive zweier junger, idealistischer Diplomaten, die fieberhaft versuchen, den Lauf der Geschichte zu verändern. Bei den Dreharbeiten Ende 2020 war die Entwicklung noch nicht absehbar, doch: „Durch den Krieg in der Ukraine hat der Film jetzt eine besondere Aktualität bekommen“, sagt Lamm.

Frank Lamm hat 2017 den Bayerischen Filmpreis für die beste Bildgestaltung erhalten.
Frank Lamm hat 2017 den Bayerischen Filmpreis für die beste Bildgestaltung erhalten. © Tobias Hase/dpa

Für den Korbacher ist es nach „The Crown“ die zweite große internationale, englischsprachige Produktion. „Man hat schon andere Möglichkeiten, beispielsweise was die Ausstattung betrifft“, sagt Lamm. Bei „München“ werden die späten 30er Jahre detailreich in Szene gesetzt. Und es sei etwas besonderes, mit Schauspielern wie Jeremy Irons, Liv Lisa Fries, August Diehl, Ulrich Matthes und George MacKay zu arbeiten.

In „München“ transportiert Lamms rastlose Handkamera ein Gefühl der Unruhe, nahe Einstellungen dominieren. „Wir wollten die Geschichte nahe an den Figuren erzählen“, sagt der Kameramann. Bereits 2018 haben Lamm und Schwochow zwei Folgen für „The Crown“ gedreht. Die Serie widmet sich der britischen Königin Elisabeth II. „Wir haben gerade weitere Episoden für die fünfte Staffel abgedreht“, sagt Lamm. Bei „The Crown“ nehmen verschiedene Regisseure auf dem Regiestuhl Platz.

Olivia Colman spielt Königin Elizabeth II. in einer Szene der Serie „The Crown“.
Olivia Colman spielt Königin Elizabeth II. in einer Szene der Serie „The Crown“. © Sophie Mutevelian/Netflix/dpa

Dafür, dass die einzelnen Episoden trotzdem ein in sich konsistentes Gesamtbild der Serie abgeben, sorgt laut Lamm allein schon das Sujet: „Die englische Königsfamilie ist geprägt von Traditionen und Kontinuität. Damit ist der Rahmen für die Serie gesteckt.“ Es sei von Netflix durchaus gewollt, dass die unterschiedlichen Regisseure eigene Akzente setzen. „The Crown“ Staffel 5 wird im Herbst 2022 bei Streamingdienst Netflix erscheinen.

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