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Korbacher Musikschule feiert 40. Geburtstag

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Der Schnuppertag am Samstag gehörte den neugierigen Kindern. Sie konnten alle Instrumente ausprobieren.
Der Schnuppertag am Samstag gehörte den neugierigen Kindern. Sie konnten alle Instrumente ausprobieren. © Barbara Liese

Leonard Bernstein, Robert Schumann, Johann Sebastian Bach, Franz Strauss – ein anspruchsvoller konzertanter Festakt eröffnete am Freitag das 40. (+2) Jubiläum der Musikschule Korbach.

Korbach – Seit 1980 gehört die Korbacher Schule, wie auch Bad Wildungen, Bad Arolsen und Frankenberg zum Musikschulkreisverband Waldeck-Frankenberg. Mehr als zwei Jahre aber mussten die großen und kleinen Musiker wegen Corona auf das Jubiläumsfest warten. Allen Akteuren war die Begeisterung anzusehen jetzt wieder vor Publikum zu diesem besonderen Anlass spielen zu können.

„Das Jubiläum einer Musikschule feiert man mit Musik und nicht mit Reden.“ Rainer Horn seit 1991 hauptamtlicher Leiter der Musikschule, ging mit nur wenigen Worten auf die für alle schwierige Zeit ein. „Schon die Einführung auf G8 an den Gymnasien war für uns ein tiefer Einschnitt, von dem wir uns mit viel Engagement aber erholen konnten. Bis Corona kam.“ Wieder seien es Lehrer, Schüler und Eltern gewesen, die sich gemeinsam für „ihre“ Musikschule einsetzten. Digitaler Unterricht sei sehr schnell möglich gemacht und auch gut angenommen worden.

Horn: „Nicht wenige sind jetzt noch intensiver mit der Musik und ihrem Instrument verbunden. Eines unserer wichtigsten Ziele, die musikalische Früherziehung, braucht jetzt aber viel Aufmerksamkeit.“ Kinder spielerisch an die Musik heranzuführen, sie zu unterstützen beim Entdecken und Erreichen selbst gesteckter Ziele ist ein Gedanke der musikalischen Früherziehung, genauso wichtig ist, auch das gemeinsame Musizieren zu fördern. In der Musikschule Korbach werden zudem immer wieder anspruchsvolle und ehrgeizige Programme entwickelt, um sie auf den Bühnen der Region und Open Air zu präsentieren.

Das Programm zum Festakt allerdings gehörte den Solisten, die bewiesen, dass Blasinstrumente sehr viel mehr können als Volks- oder Marschmusik. Mattis Holzkamp spielte auf dem Waldhorn, begleitet von Larisa Ulrich am Klavier ein Concerto von Franz Strauß. Felicia Gumprich beeindruckte mit einem Trompetensolo von Guillaume Balay und Tim Sauerland überraschte mit einer konzertanten Tuba und dem Concerto Español von Kurt Gäble. Beide wurden ebenfalls von Larisa Ulrich begleitet.

Sie beendeten den musikalischen Abend schließlich noch als Mitglieder des Blechbläserensembles „Freitagsdingens“.

Bürgermeister Klaus Friedrich würdigte den Abend als angemessenen Auftakt für das Jubiläum, die Musikschulen als unverzichtbaren Teil einer verbindenden Gesellschaft und die Musik, die immer auch ein Zeichen der Hoffnung sei und die Macht habe die Menschen zu öffnen, für das, was dem Sprechen und Nachdenken verschlossen bleibe.

Die Stadt Korbach fördert mit der Bereitstellung und Unterhaltung des ‚Hauses der Musik’, dem dazugehörigen Kutscherhäuschen und 17 000 Euro jährlich von Beginn an die Musikschule regelmäßig. „Korbach,“ so der Bürgermeister kann sich glücklich schätzen mit dieser Schule in zentraler Lage allen Bürgern ein kompetentes und vielseitiges Musikangebot zu machen.“

Daniel Senft, Schulleiter in Bad Arolsen und Vorstand des Musikschulkreisverbandes, unterstrich noch einmal die notwendige Förderung auf allen politischen Ebenen. „Hessen ist das Schlusslicht in der Liste der Bundesländer, wenn es um die Förderung der öffentlichen Musikschulen geht.“

Immer häufiger würden Musiklehrer die Schulen verlassen, weil sie in einem anderen Bundesland besser honoriert würden, so Senft: „Hier muss schnell und konsequent gegengesteuert werden. Denn Musik ist mehr als Musik, sie ist universell, sie spricht unsere Seele an und nicht zuletzt ist sie seit Menschengedenken ein Teil unserer Kultur“. (Barbara Liese)

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