„Positive Zeichen setzen“ Weihnachtsfreunde singen wieder beim Christkindwiegen

Korbacher Weihnachtsfreunde singen wieder beim Christkindwiegen

Die Weihnachtsfreunde in Korbach vor dem Portal der Kilianskirche.
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Applaus für das Wirken der Weihnachtsfreunde: ach besonderen Vorkehrungen konnten die Weihnachtsfreunde in Korbach am Heiligen Abend wieder das traditionelle Christkindwiegen durchführen. Nur für das Foto setzten sie kurzfristig ihre Masken ab und rückten etwas näher.

Heilig Abend und Christkindwiegen – das gehört in Korbach fest zusammen, ganz gleich unter welchen Umständen. Die Weihnachtsfreunde haben auch im zweiten Corona-Jahr an der Jahrhunderte alten Tradition festgehalten, obgleich sie durch die Pandemie wieder Vorsichtsmaßnahmen ergreifen mussten.

Korbach – Um 20 Uhr schwenkte eine Abordnung aus fünf Erwachsenen und zwei Kindern Laternen nacheinander in alle vier Himmelsrichtungen als Lichtergruß vom Kilian, während die anderen Weihnachtsfreunde mit ihren historischen Lampen am Fuß der Kirche unter Leitung von Dirigent Stephan Rückert den Choral „Dies ist der Tag, den Gott gemacht“ ebenfalls nacheinander in alle vier Himmelsrichtungen sangen.

Mit Applaus dankten die Zuschauerinnen und Zuschauer den Weihnachtsfreunden für ihr Wirken am Heiligen Abend.

Das aktuelle Konzept hatten die Weihnachtsfreunde in Zusammenarbeit mit der Kirche, der Stadt Korbach und dem Gesundheitsamt erarbeitet, erklärte Sprecher Thomas Kuhnhenn. Auf dem Umgang der Kirche hätten die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. So fiel das Christkindwiegen zum zweiten Mal hintereinander etwas kleiner aus – doch immerhin konnten die Weihnachtsfreunde dieses Jahr ihre frohe Botschaft überhaupt wieder hinaus singen – ausgestattet mit ihren Laternen und FFP-2-Masken. Insgesamt nahmen nach Angaben von Thomas Kuhnhenn 43 Weihnachtsfreunde am Heiligen Abend am Christkindwiegen teil.

Am 25. Dezember um 7 Uhr blieben alle Weihnachtsfreunde am Fuß der Kilianskirche, um von dort aus in alle vier Himmelsrichtungen ihren Choral „Wie herrlich strahlt der Morgenstern“ zu singen. Auch ein anschließendes Zusammentreffen konnte dieses Jahr wieder stattfinden – allerdings in der Kilianskirche, mit Abstand und es galt die 2G-Regel, die auch überprüft wurde.

Neu aufgenommen in den Kreis der Weihnachtsfreunde wurden Dean Kuhnhenn und Michel Pawelczyk. „Wir haben dann noch ein Weihnachtslied gemeinsam gesungen und sind nach einer Dreiviertelstunde wieder nach Hause gegangen“, sagt Thomas Kuhnhenn. Im vergangenen Jahr während des Lockdowns hatten die Weihnachtsfreunde auf ein Online-Zoom-Treffen ausweichen müssen.

Christkindwiegen in Korbach

Der Legende nach hatte Korbach vor mehr als 475 Jahren sehr mit der Pest zu kämpfen. Die Kilianskirche wurde als Lazarett genutzt, um die vielen Kranken unterzubringen. Aus diesem Grund konnte dort auch kein Weihnachtsgottesdienst gefeiert werden. Männer schwenkten auf dem Kirchturm Laternen und baten um Gottes Beistand: Der Brauch des Christkindwiegens war geboren.

In einigen Überlieferungen heißt es, die Männer hätten damals Gott um Hilfe für die Pestkranken gebeten, anderswo heißt es, mit den Lichtern habe man dem Christkind den Weg nach Korbach gewiesen. Danach jedenfalls soll es keine Pesttoten mehr in Korbach gegeben haben.

Männer und Jungen, die Interesse haben, bei den Weihnachtsfreunden mitzumachen und die Tradition aufrecht zu erhalten, kann sich gern bei Thomas Kuhnhenn melden, „alle sind herzlich willkommen“, sagt der Sprecher der Weihnachtsfreunde. (red/md)

„Wir sind sehr froh, dass wir wieder singen konnten“, erklärt der Sprecher der Weihnachtsfreunde: „Wir haben von den Weihnachtsfreunden und Zuschauern ein sehr positives Feedback erhalten. Alle waren diszipliniert und vom Konzept angetan“, erklärt Thomas Kuhnhenn.

„Wir sind rundherum zufrieden, dass von allen Seiten Unterstützung kam und wir in der Krise positive Zeichen senden konnten. Für viele war damit wieder etwas Normalität zurückgekehrt. Ich hoffe jedoch, dass wir im nächsten Jahr wieder möglichst mit allen Weihnachtsfreunden auf den Turm steigen können“. (Von Marianne Dämmer)

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