Bio-Richtlinien für die Tiere

Korbacher züchtet Bisons: „Der Bulle ist ein Feigling“

Sicherheitsabstand: Die Herde von Horst Lugert ist scheu geworden. Nicht mal mit Heu lassen sich die acht Bisons anlocken. Die Tiere leben ganzjährig auf den Weiden nahe des Diemelsees. Foto: Heinz

Korbach. Horst Lugert hat ein ungewöhnliches Hobby: Der 74-Jährige züchtet Bisons. Er ist einer von zwei Züchtern in Deutschland, die ihre Tiere nach Bio-Richtlinien halten.

Fast könnte man sich in der Prärie wähnen, wären da nicht der viele Schnee und der Diemelsee, der durch die Bäume durchschimmert.

Horst Lugert aus Korbach ist einer von zwei Züchtern in Deutschland, die ihre Bisons nach Bio-Richtlinien halten. Die Weideflächen werden deshalb auch nicht gedüngt oder mit Pestiziden behandelt.

Alles Wissenswerte zum Thema Bisons lesen Sie hier.

Gegen anfängliche Widerstände und Bedenken seitens verschiedener Behörden hat sich der 74-Jährige durchgesetzt und bei deutschen Züchtern 2002 seine ersten Tiere gekauft. „Angefangen hat alles mit einer kleinen Herde von fünf Tieren - vier Kühe und ein Bulle.“ Der kam allerdings aus Österreich.

Seine Faszination für die imposanten Tiere entdeckte Lugert bei Besuchen seiner in den USA lebenden Schwester. Dort werden statt Rindern häufig Bisons gehalten, da sie wesentlich widerstandsfähiger sind.

Die robuste und ursprüngliche Art der Bisons hat es Lugert angetan. „Die Herde lebt hier weitgehend autark, nur im Winter füttern wir Bio-Heu zu. Die Kälber kommen auf der Weide zur Welt.“ Seine Herde, die zurzeit aus acht Tieren besteht, lebt das ganze Jahr auf Weiden nahe des Diemelsees. Durch die schräge Hanglage wäre eine Bewirtschaft hier nur schwer möglich. Die Bisons aber stört das Gefälle nicht. Ein spezieller Elektrozaun, der 1,60 m hoch ist und die gesamten 8,5 Hektar Weidefläche eingrenzt.

Angriffslustig seien seine Tiere nicht, betont Lugert. „Im Gegenteil: Bisons sind Fluchttiere und laufen im Zweifel weg. Der Bulle ist ein Feigling.“

Lugert hält seine Tiere aber nicht nur aus Freude, sondern vermarktet sie auch. Fleisch, Felle und Schädel kann man bei ihm kaufen. Viele Restaurants werden mit Bisonfleisch beliefert, das ganze Tier wird verwertet.

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Von Christine Heinz

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