Wechsel zur Katholischen Hospitalvereinigung in Höxter

Krankenhaus-Chef Christian Jostes verlässt Korbach und Winterberg

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Das Korbacher Stadtkrankenhaus.

Korbach. Nach fast zehn Jahren Geschäftsführung im St. Franziskus-Hospital Winterberg und fast fünf Jahren im Stadtkrankenhaus Korbach will sich Christian Jostes eigenen Angaben nach neuen beruflichen Herausforderungen stellen.

„Der Schritt fällt mir nicht leicht“, wird Jostes in einer Pressemitteilung des Stadtkrankenhauses zitiert. „Mit beiden Krankenhäusern, den Mitarbeitern und unseren Partnern ist in den letzten Jahren eine enge Verbindung entstanden. Gemeinsam haben wir viel erreicht und ich danke allen, die dies ermöglicht haben.“

Jostes kehrt demnach zurück in seine ostwestfälische Heimat. Dort wird er im April 2019 die Geschäftsführung der Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge (KHWE) im Landkreis Höxter übernehmen. Die KHWE betreibt mehrere Krankenhäuser und Pflegeheime, unter anderem in Höxter, Brakel, Bad Driburg und Steinheim.

 „Wir haben in Korbach vieles geschafft – für mich kommt damit der richtige Zeitpunkt, noch einmal eine neue Herausforderung anzunehmen“, so der 46 Jährige über seine beruflichen Pläne. Voraussichtlich im Frühsommer 2019 tritt er eine neue Aufgabe in seiner ostwestfälischen Heimat an. „Meine Familie ist in Bad Salzuflen zu Hause. Nach vielen Jahren des Pendelns zieht es mich wieder zurück in die Heimat. Da ist es nur konsequent und sinnvoll sich neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen“.

Die hessischen Berufsjahre wird Jostes weiter im Herzen tragen. „Ich habe mich in Korbach immer sehr wohl gefühlt“, so Jostes, der nicht dazu neigt, die Bedeutung seiner Position in den Vordergrund zu stellen. „Die Mitarbeiter und ihr Engagement machen ein Unternehmen aus, nicht der eine Kopf.“, sagt er.

"Gerade die Sicherstellung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum war für Jostes immer ein wichtiges Thema“, bekräftigt Bürgermeister Klaus Friedrich, der das Ausscheiden sehr bedauert, aber auf der anderen Seite Verständnis zeigt: „Im Krankenhaus haben wir gute neue Wege eingeschlagen und die gebauten Brücken ins Umfeld unterstützen die Gesundheitsversorgung in Bereichen, für die es immer schwerer wird Nachfolger für bestehende Arztpraxen zu bekommen. Ich bedauere sehr ihn als Geschäftsführer, und als Mensch, in Korbach zu verlieren.“

Christian Jostes, Geschäftsführer des Korbacher Stadtkrankenhauses.

In Frankenberg erreichte Jostes laut Stadtkrankenhaus mit viel Verhandlungsgeschick die Gründung einer geriatrischen Außenstelle. Eine Kooperation, aus der, wenn es nach Jostes geht, „gerne mehr werden darf“. Die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen den beiden kommunalen Kliniken im Landkreis gehört zu den Zukunftsprojekten, die sich Jostes, gemeinsam mit dem Aufsichtsrat, für die nächsten Jahre auf die Fahnen geschrieben hatte. „Unser Geschäftsführer ist ein Brückenbauer“, erklärt Aufsichtsratsvorsitzender und Bürgermeister Klaus Friedrich. „Diese Fähigkeit wird uns sehr fehlen.

2016 dritter Bauabschnitt am Korbacher Stadtkrankenhaus fertiggestellt

Viel gebaut und gestaltet wurde in den vergangenen Jahren unter Jostes Führung. Das weiß man auch im Aufsichtsrat des Stadtkrankenhaus Korbach zu schätzen. Mit einem Bauvolumen von rund 20 Millionen Euro konnte 2016 der dritte Bauabschnitt mit neuer Intensivstation und mehreren Bettenstationen erfolgreich fertig gestellt werden, heißt es in der Pressemitteilung der Klinik. Das Altenheim Haus am Nordwall erhielt 2015 mit dem Haus am Kniep zusätzlich eine Tagespflege und 2018 für ca. 1,4 Millionen Euro den ersten Demenzbereich im Landkreis Waldeck-Frankenberg. 

Zukunftsweisend sei 2018 auch die Teilung der Medizinischen Klinik in die vier Bereiche Gastroenterologie/Allgemeine Innere, Kardiologie, Geriatrie und Hämatologie/Onkologie/ Palliativmedizin mit eigenverantwortlichen Chefärzten sowie die Etablierung von Dr. Schneider als hauptamtlichen Ärztlichen Direktor gewesen. Die Sicherstellung und Vernetzung der Patientenversorgung im ländlichen Bereich sei für Jostes immer ein wichtiges Anliegen, was auch die Gründung des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Korbach 2014 verdeutliche. 

Hessenklinik schlägt neue Wege in der Geriatrie ein

Dadurch konnte die ambulante kardiologische und onkologische Facharztbetreuung gesichert werden. Im selben Jahr meisterte das Stadtkrankenhaus erfolgreich das geriatrische Audit und wurde daraufhin im qualitätsorientierten Bundesverband Geriatrie aufgenommen. "Ein Meilenstein" war laut Pressemitteilung auch 2014 die Digitalisierung des Krankenhausarchivs. 2015 wurde der Geriatrische Versorgungsverbund Hochsauerland-Nordhessen, gemeinsam mit den Krankenhäusern in Marsberg und Winterberg, gegründet. 2017 stellte sich das Krankenhaus erstmals erfolgreich der Zertifizierung nach ISO 9001/2015 und das Endoprothetikzentrum (EPZ) wurde durch eine gute Re-Zertifizierung in seinem hohen Qualitätsanspruch bestätigt.

Auch der Erhalt der Gynäkologie und Geburtshilfe für die Kreisstadt Korbach gehörte zu den Herzensanliegen von Jostes. Die Beleghebammen wurden deshalb fest im Krankenhaus angestellt. Mit der Neugründung einer Außenstelle des MVZ in Bad Arolsen ist auch dort weiterhin die gynäkologische Facharztbetreuung gesichert. Und mit dem vollzogenen Chefarztwechsel nehmen laut Stadtkrankenhaus auch die Leistungszahlen eine positive Entwicklung und es werden in Korbach wieder mehr Kinder geboren. (r)

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