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Korbach will gewappnet sein: Krisenstab für Notlagen eingerichtet

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Von: Philipp Daum

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Feuerwehrstützpunkt in Korbach: Dort wird der Krisenstab im Falle einer Notlage seinen Sitz haben. Ihm gehören neben dem Bürgermeister und dem Büroleiter der Stadtverwaltung auch die jeweiligen Fachbereichsleiter, der Leiter des Bauhofes, die Leitungen von Krankenhaus, Altenheim und Kläranlage sowie der Stadtbrandinspektor an.
Feuerwehrstützpunkt in Korbach: Dort wird der Krisenstab im Falle einer Notlage seinen Sitz haben. Ihm gehören neben dem Bürgermeister und dem Büroleiter der Stadtverwaltung auch die jeweiligen Fachbereichsleiter, der Leiter des Bauhofes, die Leitungen von Krankenhaus, Altenheim und Kläranlage sowie der Stadtbrandinspektor an. © Philipp Daum

Für die Stadt Korbach hat der Begriff „Krisenprävention“ in den vergangenen Monaten eine neue Dimension erreicht – was auch dafür gesorgt hat, dass sich zahlreiche Sitzungen und Gespräche genau um dieses Thema drehten.

Eines der Ergebnisse ist: Die Stadt hat sein einigen Wochen einen dauerhaften Krisenstab eingerichtet, um die Sicherheit der Korbacher Bevölkerung weiterhin bestmöglich zu gewährleisten.

„Durch die weltweite Zunahme von Wetterextremen wie Hochwasser, Starkregen, Sturm sowie Naturkatastrophen und neuen Bedrohungen wie Gasmangellage, Stromausfälle, Cyberangriffe und Terror ergibt sich auch für die Kommunen Handlungsbedarf in der Krisenprävention“, sagt Bürgermeister Klaus Friedrich.

Dem Krisenstab, der außerhalb von Notlagen alle zwei Wochen zu Strategie-Besprechungen zusammentrifft, gehören neben dem Bürgermeister und dem Büroleiter der Stadtverwaltung auch die jeweiligen Fachbereichsleiter, der Leiter des städtischen Bauhofes, die Leitungen von Krankenhaus, Altenheim und Kläranlage sowie der Stadtbrandinspektor an. Je nach Bedarf werden weitere Mitarbeiter oder externe Berater hinzugezogen.

Tritt eine Notlage ein, hat der Krisenstab seinen Sitz im Feuerwehrstützpunkt am Südring 16. „Dort steht entsprechende Infrastruktur wie zum Beispiel ein Raum mit Notstromversorgung zur Verfügung. Ebenfalls ist eine enge Kooperation mit den Einsatzkräften der Korbacher Feuerwehr möglich“, sagt der Bürgermeister. Gerade vor dem Hintergrund der zur Zeit intensiv diskutierten Szenarien einer Gasmangellage oder eines großflächigen und längerfristigen Stromausfalls sei es der Stadt Korbach wichtig, vorbereitet zu sein.

„Alle wichtigen städtischen Dienstleistungen von A wie Abwasser- und Abfallbeseitigung bis Z wie Zahlungsverkehr sind dabei auf dem Prüfstand“, erläutert der Verwaltungschef. Wichtige Infrastruktureinrichtungen wie beispielsweise die Wasserversorgung, die Abwasserentsorgung, Feuerwehr oder das Krankenhaus müssten in einer solchen Situation soweit wie möglich weiterbetrieben werden können. Auch Beerdigungen auf den Friedhöfen müssten während einer Notlage durchgeführt werden können. Hierfür gelte es, die Voraussetzungen zu schaffen.

Wesentliche Themen des Krisenstabes in den zurückliegenden Wochen seien unter die krisensichere Versorgung der Feuerwehrfahrzeuge und vorhandener Notstromaggregate mit Kraftstoff, die Stromversorgung der Kläranlage, die Sicherstellung von Kommunikationsmöglichkeiten und vieles mehr gewesen. „Im Falle einer Gasmangellage sollen im Korbacher Stadtgebiet auch so genannte Wärmeinseln für die Bevölkerung geschaffen werden. Das sind zum Beispiel Mehrzweckhallen, die ohne Gas beheizt werden und in denen sich Menschen dann im Notfall aufwärmen können. Die Gebäude müssen dann natürlich vorher mit einer anderen Energieversorgung ausgestattet werden – zum Beispiel mit einem Blockheizkraftwerk“, erläutert Friedrich.

Für die Bürgerinnen und Bürger der Korbacher Ortsteile sollen nach Auskunft des Bürgermeisters die örtlichen Feuerwehrhäuser zudem erste Anlaufstellen sein, wenn ein Notfall eintritt. „Das kann im Zuge eines flächendeckenden Stromausfalls beispielsweise der damit verbundene Ausfall eines medizinischen Gerätes sein, das von einem Bürger unbedingt daheim benötigt wird. In den Feuerwehrhäusern sollen dann entsprechende Nostromagtreagte eine dauerhafte Stromversorgung sicherstellen. Auch hierfür sollen in den nächsten Wochen weitere bauliche Voraussetzungen geschaffen werden“, sagt Friedrich. Im Feuerwehrstützpunkt in der Kernstadt verfüge man bereits über solche eine Infrastruktur.

„Wollen keine Ängste schüren“

„Die Krisen-Vorsorge und -Bewältigung ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, sagt Bürgermeister Klaus Friedrich. Entscheidend sei eine ganzheitliche Betrachtung und nicht die Optimierung von Einzelbereichen. Jede Verbesserungsmaßnahme zum derzeitigen Zeitpunkt stelle bereits einen Erfolg dar. Dennoch gelte: Auch in diesem Krisenwinter sollen in Korbach nicht wie anderorts Kultur- und Freizeitangebote der Situation zum Opfer fallen. So sei es beispielsweise weiterhin wichtig, Kinder- und Seniorenschwimmen anzubieten.

Klaus Friedrich, Bürgermeister in Korbach
Klaus Friedrich, Bürgermeister in Korbach © PR

„Bei allen Vorbereitungen, die wir treffen, ist allerdings immer die Eigenvorsorge der Bürgerinnen und Bürger zu priorisieren. Wenngleich wir auf keinen Fall Verunsicherung verbreiten und Ängste schüren wollen – jeder sollte sich nach den Empfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auf solche Notfälle so gut wie möglich vorbereiten“, sagt Klaus Friedrich.

Außerdem sollten in einer solchen Situation, so wie man es in Korbach kenne, Nachbarschaftshilfe und Solidarität an erster Stelle stehen.

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