Kritik an Klassenfahrten zum Landesfest

Kultusminister stellt sich hinter Bundeswehr bei Hessentag in Korbach

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Auf dem Aktionsgelände der Bundeswehr wurde während des Hessentages 2015 eine Diensthundeübung gezeigt.

Korbach/Wiesbaden. Hessens Kultusminister Alexander Lorz  hat die Forderung der GEW scharf kritisiert, wonach Schulen auf Klassenfahrten zur Bundeswehr auf dem Hessentag in Korbach verzichten sollten.

Die Bundeswehr sei eine demokratisch legitimierte Organisation und damit ein wichtiger Bestandteil Deutschlands, sagte der CDU-Minister auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Als staatliche Institution erfülle sie nicht nur bedeutende Sicherheits- und Verteidigungsaufgaben, sondern informiere die Öffentlichkeit auch über ihre Arbeit - "so auch seit mehr als 50 Jahren auf dem Hessentag".

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte ihre Haltung damit begründet, dass die Jugendlichen durch eine "interessengeleitete Werbekampagne und Karriereberatung" in ihrer Berufswahl beeinflusst würden. Man bitte deswegen Schulleiter, von entsprechenden Besuchen abzusehen. Die Berufsorientierung sei zwar eine wichtige schulische Aufgabe. Man wende sich aber dagegen, die Bundeswehr als einen gewöhnlichen Arbeitgeber zu behandeln.

Diese GEW-Forderung an die Schulen wies Lorz entschieden zurück. Die damit stehende Kritik an der grundsätzlichen Arbeit der Bundeswehr und der Rolle auf dem Hessentag entbehre jeglicher nachvollziehbarer Grundlage und schade ihrem Ansehen in der Öffentlichkeit. Zudem sehe es die Landesregierung auch als ihre Aufgabe ab, über die Arbeit der Bundeswehr als staatliche Institution in Hessens Schulen zu informieren.

Gewerkschaft gegen Klassenfahrten zur Bundeswehr auf Hessentag

Am 10. Mai war bekannt geworden, dass die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Klassenfahrten von Schülern zur Bundeswehr auf dem Hessentag in Korbach verhindern will. 

"Die Zur-Schau-Stellung von militärischen Gerätschaften sowie die Vorführungen beispielsweise von Nahkampfhandlungen zu martialischer Musik haben in den vergangenen Jahren wiederholt zu Irritationen und auch zu Kritik geführt", erklärte die GEW. Die Berufsorientierung sei zwar eine wichtige schulische Aufgabe. Man wende sich aber gegen die Behandlung der Bundeswehr als einen gewöhnlichen Arbeitgeber. In diesem Zusammenhang verweist die Gewerkschaft unter anderem auf das für Soldaten bestehende Risiko von Traumatisierung, Verletzung bis hin zum Tod im Rahmen von Kampfeinsätzen.

Für die Truppe sind gegen sie gerichtete Proteste auf dem Hessentag nicht neu. Die Bundeswehr sei aber als Armee eines demokratisch verfassten Staates völlig legitimer Bestandteil einer solchen Veranstaltung, sagte Bundeswehrsprecher Wolf-Teja von Rabenau. "Wir sind seit 52 Jahren auf dem Hessentag, weil die Landesregierungen es so möchten - völlig egal, welcher Couleur sie angehört haben." Die Wirkung der Boykottaufrufe sei begrenzt: Obwohl die Gesamtbesucherzahl der Hessentage schwankt, seien zu den Angeboten der Bundeswehr nie weniger als 400 000 Menschen gekommen. (lhe)

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