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Kundgebung in Korbach: Rund 400 Teilnehmer zeigen Solidarität mit Geflüchteten

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Rund 400 Teilnehmer waren bei der Solidaritätskundgebung am Berndorfer-Tor-Platz in Korbach.
Rund 400 Teilnehmer waren bei der Solidaritätskundgebung am Berndorfer-Tor-Platz in Korbach. © Lutz Benseler

Rund 400 Teilnehmer haben sich am Donnerstagnachmittag bei einer Kundgebung in der Korbacher Fußgängerzone solidarisch mit Geflüchteten gezeigt.

Korbach – Allein von Alter Landesschule und Beruflichen Schulen hätten 310 Schülerinnen und Schüler am Sternmarsch und der Kundgebung teilgenommen, erklärte Dr. Marion Lilienthal, Lehrerin an der Alten Landesschule. Auch Uplandschule und Ederseeschule hätten ihre Teilnahme angekündigt.

„Wir zeigen Solidarität mit allen, die einen schweren Weg nach Deutschland auf sich genommen haben“, eröffnete Violette Bat vom Netzwerk für Toleranz Waldeck-Frankenberg die Kundgebung. Die Geflüchteten hätten den Mut gehabt, sich hier eine neue Existenz aufzubauen. „Sie machen unsere Gesellschaft reicher und vielfältiger.“ Sie rief auf, Geflüchteten mit Respekt und Höflichkeit zu begegnen: „Das sind Menschen, die vor euch sitzen.“

Ieva Kaproviz, die 2013 selbst als Migrantin nach Deutschland kam, setzt sich in ihrer Freizeit für Geflüchtete ein. Sie berichtete von bürokratischen Hürden, auf die viele nach ihrer Flucht in Deutschland stoßen würden. Matthias van der Minde berichtete von syrischen Flüchtlingen, die unter schwierigsten Bedingungen in Istanbul festsitzen.

„Solidarität ist eine schwierige Sache, vor allem, weil sie so einfach ist“, sagte Cornelia Gliem von der Arbeiterwohlfahrt. „Wir sind solidarisch, wenn wir Not und Leid sehen. Menschen fliehen und sterben aber auch, wenn wir nicht hinsehen.“ Gliem weiter: „Wenn wir Menschen die Zuflucht und Sicherheit, die sie brauchen, verweigern, dann sind wir die Sicherheit und Freiheit nicht wert, die wir erlangt haben.“ Kritik übte sie am russischen Überfall auf die Ukraine: „Die Zeiten, in denen ein Land ein anderes überfallen kann, sind vorbei. Das akzeptiert unser Völkerrecht nicht mehr.“ Es lohne sich, Werte und Demokratie zu verteidigen, auch wenn dafür vorübergehend Einschränkungen in Kauf genommen werden müssten.

Oberst a.D. Jürgen Damm erinnerte sich daran, warum er sich 1958 entschieden hatte, Soldat zu werden: Er habe die Grundsätze des Grundgesetzes verteidigen wollen.

Bei einer Mitmachaktion konnten die Teilnehmer der Kundgebung auf eine Postkarte schreiben, wie sie selbst sich solidarisch zeigen. Die Karten wurden anschließend an Seile gehängt, die zwischen den Geländern der Treppe am Berndorfer-Tor-Platz gespannt waren.

Musikalisch unterstützten die Vöhler Singer-Songwriterin Nadine Fingerhut und die Rock-AG der Alten Landesschule unter der Leitung von Denis Knoche die Kundgebung.

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