Ein Leben voller Farbe: Künstlerin Gisela Kaiser wird 70 Jahre

Korbach. Fiona ist sehr gebildet, denn sie ist daheim umgeben von Bildern und besucht mit ihren Menschen oft Ausstellungen. Die braune Labradorhündin aus dem Korbacher Tierheim am Mönchepfad wird spaßeshalber „Fiona vom Möchepfad“ genannt.

In ihrem Zuhause in der Iserlohner Straße dürfte heute ein wenig Trubel herrschen, denn Fionas Besitzerin wird 70 Jahre alt. Es ist die Künstlerin Gisela Kaiser. Durch deren Leben zieht sich die Kunst wie ein roter Faden. Anregung und Förderung erhielt sie während ihrer Schulzeit an der Alten Landesschule.

Pädagoge Georg Vollmer erkannte die Talente seiner Schülerin. Bereits mit acht Jahren hatte sie mit Klavierunterricht begonnen, und „Musik ist mir sehr wichtig“, sagt Gisela Kaiser. Sie liebt Klassik und macht mit zwei befreundeten Frauen regelmäßig Hausmusik. Das Trio spielt Klavier, Querflöte und Bratsche. Zum Gesang kam Kaiser durch den Schulchor. Seit vielen Jahren singt sie in der evangelischen Kantorei mit, deren Freundeskreis sie auch leitet.

Die Kunst musste in den 60er Jahren zurückstehen. Ausbildung, Heirat und Kinder gingen vor. Ab 1971 widmete sich Kaiser wieder der Malerei. Erste Ausstellungsbeteiligungen folgten. Dann, 1982 hatte die Künstlerin ihre erste Einzelausstellung mit 44 Bildern; die Einführung übernahm der frühere ALS-Direktor Dr. Alfred Ehrentreich.

Inzwischen war Kaiser zu einer abstrakten Kunst gelangt. „Was soll denn das ein?“ ist eine bis heute viel gestellte Frage zu ihren Bildern. Der Betrachter solle selber auf das Bild zugehen, es selber interpretieren, meint die Malerin.

 Wie viele Zeichnungen, Collagen und Ölbilder sie bislang gefertigt hat, vermag sie nicht zu sagen. Kleine Formate gelingen rasch, aber je größer, umso schwieriger. Kaiser sagt: „Ich mag die Herausforderung, eine große Leinwand zu gestalten“.

Große Formate entstehen über Wochen hinweg. Kaiser arbeitet schichtweise und setzt verschiedene Materialien und Techniken ein. Kreide, Ölfarbe, Stoffstücke, Draht werden da beispielsweise miteinander verbunden. Als Höhepunkte ihrer künstlerischen Laufbahn bezeichnet Kaiser Ausstellungsbeteiligungen beim Internationalen Kunstsalon in Avranches, wo sie 1980 und 1981 als Preisträgerin hervorging. Auch an ihre Beteiligungen im Kunsthaus Apolda, in Eisenstadt/Burgenland, Ausstellungen in Bremerhaven, Frankfurt, Kassel und Korbach denkt sie gerne. Kunstpausen währen bei Gisela Kaiser immer nur kurz. Vier Wochen m

al nichts zu machen, das hält sie nicht aus. Auch auf Urlaubsreisen mit Ehemann Joachim werden Museen besichtigt und spontan Bilder gemalt. Die Künstlerin ist in Sachen Musik und Malerei voller Tatkraft: „Das ist mein Leben!“

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