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Markus Hoffmeister nimmt Korbacher mit auf Trommelreise durch Afrika

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Von: Wilhelm Figge

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Kinder wie Erwachsene animierte Markus Hoffmeister zum Mitmachen bei der Trommelreise.
Kinder wie Erwachsene animierte Markus Hoffmeister zum Mitmachen bei der Trommelreise. © Wilhelm Figge

Bei einer Trommelreise hat Markus Hoffmeister kleinen und großen Korbacher ein Stück afrikanischer Erzählkunst vorgestellt – hunderte Trommeln waren im Spiel.

Korbach – Als Markus Hoffmeister zu trommeln beginnt, bewegen sich nicht nur zwei, sondern 200 bis 300 Hände: Der Geschichtenerzähler hat hunderte der Instrumente mitgebracht und das Publikum soll ihm dabei helfen, Erzählungen aus Afrika lautstark mit Leben zu füllen. Und das tut es: zuerst mit 400 Kindern von Berliner und Westwallschule, dann noch mal öffentlich mit knapp 150 großen und kleinen Besuchern der Trommelreise unter dem Titel „Die Weisheit Afrikas“.

„Jambo“, grüßt Hoffmeister auf Kisuaheli, und auch „Salibonanuí“ in der Sprache der Ndebele – es gebe viele Sprachen in Afrika. Am meisten verbleibt er in denen aus Ghana, wo die Griot genannten Erzähler die Trommeltradition pflegen, die er zu seinem Beruf gemacht habe. Aus der Sprache der Aschanti stammt denn auch der zu entspannten Trommelschlägen gesungene Leitspruch: „Funga alafia ashe ashe.“ Hoffmeister übersetzt es mit „Mögen die Gedanken uns Frieden bringen.“

Nachdem die Kinder erst den Erwachsenen und dann sich selbst Trommeln geholt haben – und so nebenbei sicherstellten, dass auch die „Großen“ im Publikum mitmachen – üben die Kinder ein, Hoffmeisters Vortrommeln zu erwidern. Dann beginnt das Herzstück der Trommelreise: das Märchen vom Wasserloch. Nach langer Trockenzeit regnet es endlich – mit den Fingern entlockt Hoffmeister der Trommel den Klang einzelner Tropfen, als die Kinder mitziehen, geht ein akustischer Schauer in der Sporthalle der Louis-Peter-Schule nieder.

Geschichten aus Afrika erzählt Markus Hoffmeister mit der Trommel – und das Publikum macht mit.
Geschichten aus Afrika erzählt Markus Hoffmeister mit der Trommel. © Wilhelm Figge

Einen letzten Tropfen dürfen sie klopfen – dann hat es sich mit dem Regen schon wieder. Für die Tiere der Savanne ist das ein Problem: Denn der Elefant duldet es nicht, dass andere Tiere aus seinem Wasserloch trinken, die Schildkröte muss in seinem Namen alle Bittsteller abweisen. Wenn Hoffmeister erzählt, wie es den einzelnen Tieren ergeht, spielt er für jedes einen eigenen Rhythmus in eigener Technik vor: feste und dröhnend fällt das beim Elefant aus; bei der Giraffe wird mit den Ellbogen geklopft, was ein grazileres Ergebnis hat. Der Takt des Vogelstrauß ist hektisch, der des Affen wechselhaft.

„Awia bo nippa – Wir leben doch alle unter einer Sonne“, plädiert der Affe bei der Schildkröte. Doch erst bei der fast verdursteten Hasen-Familie rutscht der gutherzigen Schildkröte heraus, dass das Wasser allen gehört, nicht nur dem Elefant. Als der Dickhäuter die Schildkröte daraufhin verschlingen will, eilen die anderen Tiere zur Rettung – Anlass für ein wahres Trommelfeuer.

Gemeinsam Probleme lösen und anderen helfen: Wegen solcher Lektionen hat die Erzählwerkstatt des pastoralen Raums Korbach Markus Hoffmeister mit Unterstützung des Netzwerks für Toleranz nach Korbach geholt. Dabei gab es auch genug zu lachen: Dass die Kinder alles wiederholen, was Hoffmeister vorne macht, erschwert den Abschiedsgruß – über Hoffmeisters wachsende „Verzweiflung“ müssen auch manche Eltern kichern. Das Fazit am Ausgang: ein paar Trommeln, Gelegenheit zum Mitspielen und eine gute Botschaft – mehr brauche es manchmal nicht. (wf)

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