„Wertschätzung muss dauerhaft sein“

Mehr Pflegepersonal für Stadtkrankenhaus Korbach gefordert

Schulter an Schulter kämpfen im Stadtkrankenhaus Arbeitnehmervertreter, Gewerkschaft, Arbeitgeber und Arbeitgeberverbände gemeinsam für eine angemessene Personalausstattung im Pflegebereich. Links im Bild Klinik-Chef Sassan Pur und Pflegedirektor Andreas Nerowski sowie Annette Boldt mit Megafon.
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Schulter an Schulter kämpfen im Stadtkrankenhaus Arbeitnehmervertreter, Gewerkschaft, Arbeitgeber und Arbeitgeberverbände gemeinsam für eine angemessene Personalausstattung im Pflegebereich. Links im Bild Klinik-Chef Sassan Pur und Pflegedirektor Andreas Nerowski sowie Annette Boldt mit Megafon.

Das Stadtkrankenhaus Korbach hat den Internationalen Tag der Pflege zum Anlass genommen, auf die Bedeutung dieser Berufsgruppe für die Patientenversorgung und somit die gesamte Bevölkerung hinzuweisen.

Korbach – Seit mehr als 200 Jahren wird der Tag der Pflege jährlich am 12. Mai begangen und erinnert an den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale.

In der Mittagspause hatten sich zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtkrankenhauses für ein Foto vor dem Eingang versammelt. „Wir wollen damit nicht nur verdeutlichen, dass wir als Team zusammenhalten, sondern, dass wir auch gemeinsam kämpfen“, sagt Annette Boldt, Betriebsratsvorsitzende im Stadtkrankenhaus. Sie betonte: „Wir kämpfen nicht nur gemeinsam gegen das Coronavirus, sondern auch für mehr Anerkennung, Wertschätzung und Honorierung unserer Arbeit. Dafür fordern wir die verbindliche Anwendung der „Pflegepersonalregelung PPR 2.0.“

Dabei handele es sich um ein Pflegebedarfsbemessungsinstrument, bei dem die stationären Patienten im Krankenhaus täglich in vier Grund- und Spezialpflegestufen eingeteilt werden. Daraus errechne sich ein fallbezogener Minutenwert- und somit der Pflegestellenplan. Im Auftrag der Bundesregierung wurde die Pflegepersonalbedarfsregelung bereits durch die Deutsche Krankenhaus-Gesellschaft, die Gewerkschaft Verdi und den Deutsche Pflegerat ausgearbeitet, aber bislang nicht beschlossen.

Seit jeher werde der Internationale Tag der Pflege zum Anlass genommen für den Pflegeberuf im Allgemeinen zu werben. „Im Zuge der andauernden Corona-Pandemie wird den beruflich Pflegenden derzeit merklich mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung entgegengebracht“, stellt Andreas Nerowski, Pflegedirektor im Korbacher Krankenhaus fest.

„Wünschenswert wäre es, wenn Politik und Gesellschaft nach der Pandemie nicht schnell wieder vergessen, welch großen Anteil unsere Berufsgruppe bei der Bewältigung der Krise hatte, und dass das Ansehen sowie die politische Unterstützung von Pflegekräften dauerhafter Bestandteil unserer Gesellschaft werden“, macht er deutlich. Die Arbeitsbelastung sei in vielen Krankenhäusern sicher sehr hoch – nicht zuletzt auch, aber nicht nur, durch die Corona-Pandemie. (red)

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