Reifenproduktion in Korbach

Mit der Gummifabrik fing alles an: Museum zeigt Ausstellung zu Louis Peter

Ausstellung zu Louis Peter: Zu sehen sind unter anderem Fahrräder. Darüber freuen sich (von links): Bürgermeister Klaus Friedrich, Conti-Werkleiter Lothar Salokat, der scheidende Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen, der neue Museumsleiter Dr. Arnulf Scriba und Thomas Baumann (stellv. Produktionsleiter Fahrradreifen bei der Conti).
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Ausstellung zu Louis Peter: Zu sehen sind unter anderem Fahrräder. Darüber freuen sich (von links): Bürgermeister Klaus Friedrich, Conti-Werkleiter Lothar Salokat, der scheidende Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen, der neue Museumsleiter Dr. Arnulf Scriba und Thomas Baumann (stellv. Produktionsleiter Fahrradreifen bei der Conti).

Er baute 1907 in Korbach ein Zweigwerk seiner Frankfurter Gummiwarenfabrik, legte so den Grundstein für die Industrialisierung der Stadt und für das spätere Continental-Werk: Louis Peter, der 1841 in Alleringhausen geboren wurde.

Anlässlich seines 100. Todestages widmet das Wolfgang-Bonhage-Museum dem Pionier der Fahrradreifen-Produktion eine Sonderausstellung, die ab sofort geöffnet ist.

Es handelt sich hierbei aber nicht nur um eine Ausstellung zum Leben und Wirken des Gründers der Korbacher Gummifabrik. Die Besucherinnen und Besucher erfahren auch viel zur Geschichte des Fahrrads und über die Entwicklung des Vollgummireifens hin zum Luftreifen. Besondere und herausragende Leihgaben des Deutschen Fahrradmuseums in Bad Brückenau können im Museum bestaunt werden – zu sehen sind unter anderem Hoch- und Dreiräder, Sicherheitsräder mit Kettenantrieb oder ausgefallene Konstruktionen wie das Bambusrad.

Louis Peter begann 1889/90 mit der Produktion von Fahrradreifen – in seiner Gummifabrik in Korbach (später „Peters Union“) startete er damit 1907.

Unterstützt wird die Ausstellung durch Leihgaben des Continental-Firmenarchivs, des Korbacher Conti-Werks und das Stadtarchivs. Auch der Radsportverein 1896 Korbach hat dem Museum Exponate – darunter historische Rennräder – gespendet. Neben ausgestellten Rädern und Reifen sind unter anderem Fotos, alte Werbeplakate, Postkarten sowie historische Klingeln und Luftpumpen zu sehen. Außerdem wird auf Info-Tafeln die Lebensgeschichte des Unternehmers Louis Peter beschrieben – in gleicher Weise wird auf die 125-jährige Geschichte des Radsportvereins 1896 Korbach geblickt.

„Ich hoffe, dass unter den Besuchern, die sich die Ausstellung anschauen, auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Conti in Korbach sein werden“, sagte Arnulf Scriba, der seit 1. Juni Museumsleiter ist und derzeit von Dr. Wilhelm Völcker-Janssen in seine neue Aufgabe eingearbeitet wird. Als passionierter Radrennfahrer sei er „begeistert“ von der Ausstellung.

1929 wurde Peters Union von Continental übernommen – Conti fertigt neben Autoreifen heute auch Reifen für Rennräder und Mountainbikes, die von Spitzensportlern gefahren werden.

Conti-Werkleiter Lothar Salokat machte deutlich, dass das Engagement, was Louis Peter einst nach Korbach gebracht habe, in der Region und in der Continental-Belegschaft bewahrt worden sei. „Die eindrucksvolle Ausstellung zeigt auch die Verbundenheit der Mitarbeiter mit ihrem Werk“, sagte Salokat, der daran erinnerte, dass die von Louis Peter in Korbach gegründete Mitteldeutsche Gummiwarenfabrik im Jahr 1929 von der Conti übernommen worden sei.

Werbeplakat zu Produkten aus dem Unternehmen „Peters Union“.

„Einer der führenden Industriehistoriker hat mal gesagt, Louis Peter sei der wirksamste und bedeutendste Bürger, den Korbach jemals hatte“, sagte der Ende Juli ausscheidende Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen. An der Ausstellung fasziniere ihn unter anderem, dass Louis Peter schon damals viel Wert auf Werbung gelegt habe.

Die Ausstellung zeigt auch alte Klingeln und Luftpumpen.

Bürgermeister Klaus Friedrich sagte: „Das ist eine spannende Ausstellung, die auf die Bedeutung Louis Peters und des Continental-Werks in der Stadt hinweist.“ Für die Korbacherinnen und Korbach sei es wichtig, dass ihre eigene Geschichte dargestellt werde.

Auch für Thomas Baumann ist die Ausstellung eine ganz besondere – der stellvertretende Produktionsleiter Fahrradreifen bei der Conti durfte nämlich einige Exponate aus dem Unternehmen dafür bereitstellen. „Es hat Spaß gemacht, hier mitzuwirken. Ich denke, es ist uns gelungen, einen Teil der Conti-Geschichte zusammen mit dem Wirken Louis Peters darzustellen.“

Ausstellung läuft noch bis 19. September

Die Ausstellung „Louis Peter – vom Ochsenknecht zum Industriepionier“ ist bis 19. September im Museum am Kirchplatz 2 in Korbach zu sehen. Besucher können sich anmelden (Tel.: 05631/53289) oder einfach zu den Öffnungszeiten vorbeikommen. Diese sind: Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 11 bis 16.30 Uhr. Ein tagesaktueller Corona-Test ist nicht nötig, wird aber empfohlen. Gruppenführungen sind wegen der Pandemie noch nicht wieder möglich. 

Weitere Infos gibt es hier.

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