Instrument aus Rotterdam soll nächstes Jahr aufgebaut werden

Neue Orgel für Sankt-Marien-Kirche in Korbach

Freuen sich auf die neue Orgel für St. Marien in Korbach: (von links) Olaf Schillmöller, Vorsitzender des Orgelbauvereins, Dechant Bernd Conze, 2. Vorsitzender Bernhard Uteschil und Michael Fritsch vom Kirchenvorstand.
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Freuen sich auf die neue Orgel für St. Marien in Korbach: (von links) Olaf Schillmöller, Vorsitzender des Orgelbauvereins, Dechant Bernd Conze, 2. Vorsitzender Bernhard Uteschil und Michael Fritsch vom Kirchenvorstand.

Mehr als 20 Jahre hat die katholische Kirchengemeinde St. Marien darauf gespart: Im nächsten Jahr soll die Kirche eine neue Orgel bekommen.

Korbach – Der Vertrag mit dem Orgelbauer ist bereits unterschrieben. Voraussichtliche Kosten für das generalüberholte und technisch erneuerte Instrument, das aus einer Kirche in Rotterdam stammt: Rund 300 000 Euro. „Wir hoffen, dass wir im Spätsommer mit den Arbeiten starten können“, sagt Dechant Bernd Conze. Abbau der alten maroden Mendel-Orgel und Aufbau des neuen Instruments werden etwa ein halbes Jahr dauern. Verbunden mit dem Austausch der Orgeln wird eine Neugestaltung der Orgelempore und deren Zugang sein.

Aus Kostengründen haben sich der Orgelbauverein erst in den vergangenen Monaten dafür entschieden, statt einer komplett neuen Orgel ein gebrauchtes Instrument aus den Niederlanden anzuschaffen. Das Instrument steht derzeit in der Rotterdamer Vredeskerk. Die orthodoxe Kirchengemeinde, die das ehemals protestantische Gotteshaus seit einigen Jahren nutzt, benötige das in den 1930-er Jahren erbaute Instrument nicht mehr und sei dankbar, das es weiter in Gottesdiensten genutzt werde, sagte Bernhard Uteschil, Organist und 2. Vorsitzender des Orgelbauvereins. „Das Instrument befindet sich in einem für sein Alter sehr guten Zustand.“

Praktisch wird St. Marien aber eine neuwertige Orgel erhalten: Das Instrument wird fachgerecht überholt, neuintoniert und an den Korbacher Kirchenraum angepasst. Prospekt, Spieltisch und Trakturen – also das Übertragungssystem vom Spieltisch zu den Ventilen der Orgel – werden komplett neugestaltet und gefertigt. Die Arbeiten übernimmt die Firma Orgelbau Stephan Oppel aus Gellinghausen bei Schmallenberg. Der Handwerksbetrieb habe sich auf derartige Restautierungen und Transfers aus England und den Niederlanden spezialisiert, erklärt Uteschil. Fachliche Unterstützung erhalten die Kirchengemeinde und der Orgelbauverein vom Orgelbausachverständigen in der Erzdiözese Paderborn Jörg Krämer aus Borgentreich, der auch Leiter des dortigen Orgelmuseums ist.

„Viele Sponsoren und Spender haben dazu beigetragen, das lang ersehnte Vorhaben umzusetzen“, sagte Michael Fritsch vom Kirchenvorstand. Insgesamt 260 000 Euro wurden in den vergangenen Jahren eingeworben. Zuschüsse kommen noch hinzu. Der Kostenrahmen sei relativ eng, die finanzielle Unterstützung des Bistums recht begrenzt, ergänzte Uteschil. Die Gemeinde St. Marien und die Organisten hätten nun aber allen Grund zur Freude, da endlich die fehlerhafte Orgel ersetzt werde.

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