Neue Prothesen-Technik ermöglicht  Verzicht auf den Rollstuhl

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Im Sanitätshaus Friedhoff stellen Dennis Köchling (links) und Dieter Arend (rechts) die Prothese per Computer für Alexander Krug ein. Rechts zeigen Krug und Köchling das High-Tech-Gerät.

Korbach. Früher musste Alexander Krug jeden Schritt planen. „Heute kann ich wieder drauflos laufen", sagt der 36-Jährige. Nach einem Autounfall musste Krug ein Bein abgenommen werden.

Viele Jahre verbrachte er im Rollstuhl. Seit kurzem ermöglicht ihm eine neue Prothese, dass er sich wieder weitgehend unauffällig und ohne Hilfsmittel bewegen kann.

Computergesteuert 

Wie in vielen Bereichen des Lebens erleichtert Computertechnik auch bei modernen Prothesen den Patienten das Leben. Worüber man sich ohne dieses Hilfsmittel keine Gedanken macht: Mit einer herkömmlichen Prothese muss ein Patient jeden Schritt planen. Wie ist der Untergrund beschaffen? Wie kann er sich dort fortbewegen? „Die Prothese denkt mit“, erklärt Orthopädiemechanikermeister Dieter Arend vom Korbacher Sanitätshaus Friedhoff. Sensoren erfassen die Bewegungen des Trägers. Der eingebaute Computer steuert kleine Motoren, die die Hydraulik antreiben. So reagiert die neue Prothese selbstständig auf verschiedene Untergründe oder gleicht aus, wenn der Patient auf einen Stein oder eine Schräge tritt. Früher war das für Prothesenträger undenkbar.

In seiner Jugend war Alexander Krug sportlich aktiv. Das ermöglicht ihm die Prothese heute wieder. Er kann Tischtennis spielen und sogar Schwimmen gehen. Das Gerät ist wasserdicht.

Hergestellt wird die Prothese von dem Duderstädter Unternehmen Otto Bock. Das liefert weltweit Produkte und Dienstleistungen, die Menschen ihre Mobilität zurückgeben oder bewahren sollen. Ganz individuell angepasst und eingestellt wird das Gerät von den Mitarbeitern des Korbacher Sanitätshauses Friedhoff. Das ist nach eigenen Angaben derzeit das einzige Unternehmen in der Region, das vom Duderstädter Hersteller ein Zertifikat zur Anpassung dieser Prothese hat.

Damit können auch Patienten in Waldeck-Frankenberg mit High-Tech-Prothesen versorgt werden, unterstreichen die Orthopädiemechanikermeister Dieter Arend und Dennis Köchling. Betroffene müssten keine weiten Anfahrtswege in Kauf nehmen. Nach ihren Worten betreut das Sanitätshaus etwa 100 Prothesenträger in der Region. Friedhoff habe sich auf diese Technik spezialisiert.

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