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Neues Gärrestelager für Biogasanlage in Korbach geplant

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Von: Lutz Benseler

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Die Biogasanlage Rube im Ellerbruch in Korbach soll ein neues Gärrestelager erhalten.
Die Biogasanlage Rube im Ellerbruch in Korbach soll ein neues Gärrestelager erhalten. © Lutz Benseler

Um aktuelle gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, will die Biogasanlage im Ellerbruch in Korbach einen neuen Lagerbehälter für rund 4400 Kubikmeter Gärreste bauen. Doch davor muss die Stadt noch den Flächennutzungsplan ändern und einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufstellen. In den Ausschüssen haben die Stadtverordneten bereits zugestimmt.

Korbach – Geplant ist ein zusätzliches Lager mit gas- und geruchsdichter Bedachung, um die Gärreste künftig länger lagern zu können. Das nämlich schreibt der Gesetzgeber vor. Eine Durchsatz- und Leistungssteigerung der Biogasanlage sei nicht vorgesehen, teilt die Stadt mit. Weil sich der Behälter auf einer landwirtschaftlichen Fläche befinden würde, muss der Flächennutzungsplan angepasst werden.

Die Anlage ist nach Angaben des Planers seit 2005 in Betrieb und wird mit sogenannten Cofermenten betrieben – Bioabfälle wie Speisereste. Durch biologischen Abbau werden sie in Biogas umgewandelt, aus dem wiederum in zwei Blockheizkraftwerken Strom und nutzbare Abwärme erzeugt wird.

Die Biogasanlage produziert jährlich rund 1,8 Millionen Kubikmeter Biogas und erzeugt damit 4,5 Millionen Kilowattstunden Strom, der in das Netz der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) eingespeist wird. Diese Strommenge reicht laut Planer aus, um damit rund 1200 private Haushalte mit regenerativ erzeugtem Strom rund um die Uhr zu versorgen.

Die anfallende Abwärme wird außerdem über eine Nahwärmeleitung vom Finanzamt und dem Kreishaus genutzt.

In der Anfangsphase des Betriebs kam es wiederholt zu Geruchsemissionen. Mittlerweile ist eine Absauganlage mit Aktivkohlefiltern installiert. Mit dem neuen Gärrestelager soll nicht nur der Lagerzeitraum verlängert, sondern auch die geruchliche Situation weiter verbessert werden. Bislang wurden die Gärreste offen gelagert, der neue Behälter soll ein gas- und geruchsdichtes Dach bekommen. Die Fläche wird von einem rund zwei Meter hohen Erdwall als Auslaufschutz umgeben.

In den Ausschüssen haben sich die Stadtverordneten mehrheitlich für die Bauleitplanung ausgesprochen, die Stadtverordnetenversammlung entscheidet am Freitag.

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