Türen und Parkplätze

Nur mit Barrieren zum Arzt: Gehbehinderte Patientin kritisiert Zugang zum MVZ am Korbacher Krankenhaus

Hinweisschild zum Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) am Korbacher Stadtkrankenhaus. Für Gehbehinderte hat der Weg mehrere Barrieren.
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Hinweisschild zum Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) am Korbacher Stadtkrankenhaus. Für Gehbehinderte hat der Weg mehrere Barrieren.

Für Menschen mit Behinderung steht der Weg zum Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) und den Arztpraxen am Korbacher Stadtkrankenhaus voller Barrieren. So hat es jedenfalls Annegret Koch aus Immighausen aus eigener Erfahrung wahrgenommen.

Korbach – Annegret Koch ist gehbehindert und auf den Rollator angewiesen. Mehrmals musste sie sich im Medizinischen Versorgungszentrum und in der radiologischen Praxis am Stadtkrankenhaus untersuchen lassen. Die Probleme fangen aus ihrer Sicht schon bei der Parkplatzsuche an: „Die Parkplatzsituation ist unmöglich“, sagt Koch. Nur zwei Schwerbehinderten-Parkplätze seien direkt am MVZ vorhanden, das sei zu wenig. Einen freien Parkplatz zu finden, sei schwierig, sie müsse oftmals lange Wege mit dem Rollator zurücklegen.

Die nächste Hürde seien die Eingangstüren, die über keinen elektrischen Türöffner verfügten. Der Aufzug zu den Praxen habe keine automatische Schiebetür, sondern eine Anschlagtür, die von Hand geöffnet werden müsse und so eine Barriere für Gehbehinderte darstelle.

Die Folge sei, dass sie nicht selbst mit dem Auto in die Praxen am Krankenhaus fahren könne, sondern sich – in der Regel privat – fahren und unterstützen lassen müsse.

Krankenhaus-Geschäftsführer Sassan Pur bietet Annegret Koch unterdessen einen Termin vor Ort an, um die Probleme auszuloten: „Mich interessiert die andere Seite sehr. Eventuell lassen sich leicht Abhilfen schaffen“, sagt Pur. Der Geschäftsführer weist aber auch darauf hin, dass sowohl am MVZ als auch am Krankenhaus Behindertenparkplätze vorhanden seien. In der Regel gebe es ausreichend freie Plätze, zu Stoßzeiten könne dies natürlich anders sein. Für die Anzahl von Behinderten-Parkplätzen gibt es rechtliche Vorgaben: Ein Prozent der Stellplätze, mindestens jedoch zwei Stellplätze müssen behindertengerecht sein.

Was die Türen betrifft, gibt es hingegen nur eine Empfehlung: „Türen sollten vorzugsweise automatisch öffnen und müssen leicht bedienbar sein“, heißt es in einem Leitfaden für Arztpraxen der Kassenärztlichen Vereinigungen.

Dass die Tür vor dem Aufzug als Hindernis empfunden wird, ist für Pur neu: „Diesen Hinweis höre ich zum ersten Mal. Gerne erkundige ich mich nach alternativen Lösungen“, sagt der Krankenhaus-Geschäftsführer. Er weist außerdem darauf hin, dass für den Weg vom Auto oder Taxi in die Praxis Rollstühle im Foyer des Krankenhauses ausgeliehen werden können.

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