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„Osterbotschaft lässt uns auch in schwierigen Zeiten Hoffnung schöpfen“

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Osterglocken und Kerzen: Für Dekanin Eva Brinke-Kriebel ist die Osterbotschaft mit Hoffnung verbunden. „Auferstehung ist, wenn wir denken, dass wir am Ende sind, das Schwere nicht mehr aushalten können und es doch weitergeht“, sagte sie.
Osterglocken und Kerzen: Für Dekanin Eva Brinke-Kriebel ist die Osterbotschaft mit Hoffnung verbunden. „Auferstehung ist, wenn wir denken, dass wir am Ende sind, das Schwere nicht mehr aushalten können und es doch weitergeht“, sagte sie. © PR

Ein „Frohes Osterfest“ zu wünschen – das scheint in diesen Tagen nicht so leicht über die Lippen zu gehen. Wir sprachen mit der Dekanin des Kirchenkreises Twiste-Eisenberg, Eva Brinke-Kriebel.

Können wir dieses Jahr ein frohes Osterfest feiern?

Das ist wirklich nicht so leicht. Denn bei alledem schwingt der Gedanke an den brutalen Krieg in der Ukraine mit, der uns jeden Tag aufs Neue schreckliche Bilder liefert. Das Positive ist aber, dass wir mit dem Kirchenjahr alle Themen und Stimmungen aufgreifen können. Vermutlich war uns der Karfreitag dieses Jahr näher mit den Gedanken an das Leiden in dieser Welt. Aber es ist gerade die Osterbotschaft, die uns durch unseren Glauben auch in schwierigen Zeiten Hoffnung schöpfen lässt, durch die wir am Ende des Tunnels auch wieder ein Licht sehen können und wir symbolisch dafür die Osterkerze entzünden. Das ist Auferstehung: wenn wir denken, dass wir am Ende sind, das Schwere nicht mehr aushalten können und es doch weitergeht, sich eine neue Perspektive auftut.

Eva Brinke-Kriebel, Dekanin im Kirchenkreis Twiste-Eisenberg
Eva Brinke-Kriebel, Dekanin im Kirchenkreis Twiste-Eisenberg © PR

Wie sieht es mit Ihrer Hoffnung aus, dass am Ende alles wieder gut wird?

Natürlich habe ich diese Hoffnung und sie stärkt mich auch. Die biblischen Geschichten helfen mir dabei. Ich denke beispielsweise an die Emmaus-Geschichte aus dem Lukas-Evangelium. Sie erzählt von zwei Jüngern, die nach der Kreuzigung Jesu traurig auf dem Weg nach Emmaus sind. Sie denken, dass nun alle Hoffnungen, die sie auf Jesus gesetzt haben, am Ende sind. Dass Jesus auferstanden ist, wie es ihnen bereits mehrere Frauen zuvor berichtet und ihnen vom leeren Grab erzählt haben, können sie nicht glauben.

Wie geht die Geschichte weiter?

Die beiden Jünger begleitet plötzlich ein Unbekannter – und als er mit ihnen das Brot teilt, erkennen sie in ihm Jesus. Sie fühlen sich getröstet, er hat ihnen ihre Trauer genommen und ihnen neue Hoffnung gegeben und sie mit dem Gefühl zurückgelassen, dass es am Ende doch immer einen Weg gibt, dass die Sache mit Jesus weitergeht und er sie weiterhin begleitet. Natürlich ist mit dem Osterfest nicht plötzlich alles wieder gut, aber wir können doch mit neuer Hoffnung und auch ein wenig gestärkt daraus hervorgehen, weil wir wissen: Gott ist uns ganz nah und geht jeden Weg mit.

Wird der Ukraine-Krieg in den Gottesdiensten an Ostern vorkommen?

Friedensgebete und Gebete für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine und die vielen anderen Orte, an denen Krieg ist, wird es vermutlich in sämtlichen Gottesdiensten des Kirchenkreises geben. Auch das bringt Zusammenhalt und Hoffnung. Am Ostermontag wollen wir zudem mit möglichst vielen Organisationen und Institutionen zu einer Kundgebung in Korbach für den Frieden einladen. Wer auch hier ein Zeichen setzen möchte, ist herzlich eingeladen, um 17 Uhr an das Berndorfer Tor zu kommen.

In den vergangenen beiden Jahren fanden an Ostern fast keine Gottesdienste wegen Corona statt. Wie gehen die Kirchen dieses Jahr damit um?

Tatsächlich gibt es in diesem Jahr auch wieder einige Angebote unter freiem Himmel, weil das in den vergangenen Jahren gut angenommen wurde. Manche Gemeinden laden zu Osterwanderungen mit Andachten ein, wie beispielsweise in Twiste-Waroldern, es gibt Passionswege in Korbach und Benkhausen und Draußen-Gottesdienste, beispielsweise in Rhoden am Ostersonntag. Aber auch die ganz schönen und gewohnten Festgottesdienste und Feiern der Osternacht finden in vielen Kirchen in diesem Jahr wieder statt.

Gibt es keine Corona-Regeln mehr?

Ein gewisses Maß an bewährten Hygienekonzepten gibt es wohl überall noch, das entscheiden die örtlichen Kirchenvorstände. Wie die Landeskirche empfehle auch ich weiterhin in Innenräumen, vor allem auch beim Singen die Maske zu tragen und Abstände einzuhalten. Wir haben die Pandemie einfach noch nicht überwunden, das Risiko, sich anzustecken, ist nach wie vor hoch. Ich rate deshalb dazu, weiterhin Vorsicht walten zu lassen. (red)

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