Passion für Wurst und S04: Schalke-Chef Clemens Tönnies sprach in Korbach

Proviant für die Heimreise: Kreislandwirt Fritz Schäfer (links) und Christoph Dietzel (rechts) versorgten Clemens Tönnies. Foto: Saure

Korbach. Er ist Geschäftsführer der Unternehemensgruppe Tönnies Fleisch und Aufsichtsratsvorsitzender beim Fußball-Bundesligisten Schalke 04: Clemens Tönnies.

Er sprach in Korbach über Verantwortung, anstehende Aufgaben und Fußball. Mit Clemens Tönnies sprach am Tag der Landwirtschaft ein Unternehmer zu den knapp 200 Gästen in der Korbacher Stadthalle, der sich seiner Verantwortung gegenüber Tieren, Menschen, Umwelt und Gesellschaft bewusst ist. Nicht unumstritten als Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Tönnies Fleisch, bei der wöchentlich 150.000 Schweine und 8000 Rinder geschlachtet werden, stellte sich Tönnies im Anschluss den kritischen Fragen aus dem Publikum.

Für den Verein landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen Waldeck begrüßte der Berndorfer Landwirt Christoph Dietzel sowohl Redner als auch Gäste. Sein herzliches Willkommen richtete sich auch an die knapp 20 Demonstranten, die vor der Stadthalle gegen Massentierhaltung demonstrierten.

Kreislandwirt Fritz Schäfer unterstrich, dass man sich im Landkreis im internationalen Wettbewerb nicht zu schämen brauche. Der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf sprach von einer Zunahme der Ansprüche an Tier- und Verbraucherschutz, auf einer Linie lag er mit dem Unternehmer und Sportfunktionär nur in puncto Schalke 04. Landtagsabgeordneter Armin Schwarz hingegen bezeichnete die konventionelle Landwirtschaft als unverzichtbar, obwohl es auch einen Markt für die biologische Variante gebe.

Maxime des Vaters 

Clemens Tönnies beschrieb den Werdegang des Unternehmens, deren Zeichen auf Zukunft in Vietnam, Taiwan und den USA stehen, von der Metzgerei seiner Eltern über die Gründung der modernen Fleischgewinnung gemeinsam mit seinem Bruder, der vor 21 Jahren verstorben ist. „Mit Totschweigen kommen wir nicht weiter, wir sind auch uns gegenüber kritisch“, legte Tönnies dar, wie er die Maxime seines Vaters, ein Tier so anständig und schonend wie möglich zu töten und nur das zu verkaufen, was er selbst mit Appetit essen würde, umzusetzen versucht. Im Unternehmen Tönnies, das seinen Stammsitz im westfälischen Rheda-Wiedenbrück hat, reicht dieses Engagement von Wohlfühllicht und Musik sowie Betäubungskontrollen bis hin zur sozialen Verantwortung gegenüber den 8000 Mitarbeitern, die sich in einem Mindestlohn, einem eigenen Fußballstadion sowie einem Betriebskindergarten niederschlägt.

Dass sowohl seine Arbeit als Unternehmer als auch als Aufsichtsratsvorsitzender des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 mehr ist als ein Versprechen an seinen verstorbenen Bruder Bernd, merkte das Publikum von der ersten Minute an. Spätestens als die Sprache auf den Bundesligisten kam, wurde auch den Nicht-Schalkern unter den Anwesenden seine Passion deutlich.

In der Fragerunde kniff der Unternehmer auch bei unangenehmen Fragen wie zu der gerichtlichen Auseinandersetzung mit seinem Neffen Robert oder der drohenden Kartellstrafe nicht.

Von Heike Saure

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