Rekord-Reise endet in Korbach

Pilger Maik John legt 41 000 Kilometer zurück 

Nach 41 000 Kilometern ist Schluss: In Korbach hat Maik John seine Pilgerreise beendet – heim nach Kassel ging es dann per Zug. Hier John am Schlageter-Stein vor dem Korbacher Rathaus.
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Nach 41 000 Kilometern ist Schluss: In Korbach hat Maik John seine Pilgerreise beendet – heim nach Kassel ging es dann per Zug.

Der Pilger Maik John hat 41 000 Kilometer zurückgelegt. Seine Rekord-Reise endete in Korbach.

Korbach – Zehn paar Schuhe sind durchgelaufen. Der siebte Rücksack löst sich langsam auf. Und Maik John selbst ist einfach nur noch fertig: 41 000 Kilometer weit ist der Kasseler im Laufe von acht Jahren gepilgert. Im Korbach hatte er nun genug: Den Weltrekord habe er in der Tasche, doch es höre nicht auf zu regnen, er sei kaputt und wolle nur noch nach Hause.

Reise durch Europa

Hinter dem gebürtigen Chemnitzer liegt eine Reise durch Europa: Bis in den Norden nach Norwegen und Finnland, nach Rom und entlang des Jakobswegs. Sie begann mit einem Witz, erzählt der Bäcker: In einer Bibelstunde zog ihn jemand damit auf, dass er höchstens von Daheim zur Backstube pilgere. Für Maik John Anlass genug, das Gegenteil zu beweisen, am 10. März 2013 brach er auf. Bloß für den Winter kehrte er immer wieder nach Hause zurück.

In seinem Rucksack finden sich Hefte voller Stempel: Wo immer er vorbeikam, ließ er sich das von der örtlichen Verwaltung bestätigen. 3000 Stempel müssten, es sein, viele Hefte hat er nach hause geschickt. Als der 56-Jährige über Willingen, Medebach und Hallenberg nach Korbach kam, hatte er allerdings kein Glück und niemand habe ihm helfen können, berichtet er.

Im Schnitt 25 Kilometer am Tag

Wenn es gut lief, schaffte er bei seiner Pilgerreise 45 Kilometer am Tag, im Schnitt 25. Zwei Ruhetage pro Woche habe er gemacht; Versorgte sich durch Spenden von Pfarrern und geschlossenen Bekanntschaften. Am liebsten kam er in Klostern unter.

Das Stift Melk, eine barocke Benediktiner-Abtei in Niederösterreich, war ein besonderer Höhepunkt. Darüber hinaus liebte er besonders die Berge: Den Weg über die Pyrenäen hat er in guter Erinnerung, auch wenn er wohl das anstrengendste Stück gewesen sei – gerade angesichts von 35 Grad, die sich auch nachts kaum verzogen.

Erfreuliche Erfahrungen

Es gab auch weniger erfreuliche Erfahrungen: Nachts im Wald verwechselte ihn ein Jäger fast mit einem Wildschwein – morgens gab es als Ausgleich Kaffee und belegte Brötchen. Und an der österreichischen Grenze sei er für einen Flüchtling gehalten worden. Acht Stunden stand er da, bis ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes im etwas warmes zu trinken bringen wollte, die Situation erkannte und aushalf.

Eine Reise nach Jerusalem hätte ihn noch gereizt, doch die Grenzen sind nicht offen und der Weg gefährlich. Nun will Maik John das Pilgern hinter sich lassen: „Ich war ja schon überall: Wo soll ich noch hin?“

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