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Piloten üben in Korbach das Landen im Busch

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Von: Lutz Benseler

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Üben in Korbach für den Einsatz als Buschpiloten: Flugzeugführer der Mission Aviation Fellowship.
Üben in Korbach für den Einsatz als Buschpiloten: Flugzeugführer der Mission Aviation Fellowship. © Lutz Benseler

Die „Mission Aviation Fellowship“ (MAF) bringt mit Kleinflugzeugen Hoffnung und Hilfe in nahezu unerreichbare Regionen der Welt. Die Flugzeugführer absolvieren vor den Einsätzen spezielle Trainingscamps für Buschpiloten – seit drei Jahren auch auf dem Flugplatz in Korbach.

Korbach – Kurze Graspisten, hügelige, waldreiche Landschaften: Die Region sei ein ideales Trainingsgebiet, stellt Marco Koffeman fest. Der Niederländer ist Direktor einer Flugschule in Teuge, die für MAF Piloten für Hilfseinsätze in Entwicklungsländern und Krisengebieten vorbereitet. 15 Jahre lang war er selbst Pilot für das internationale christliche Hilfswerk und flog in Uganda, Bangladesch und Südafrika.

Die MAF ist in rund 30 Ländern mit 135 Kleinflugzeugen im Einsatz, meistens Cessnas mit Dieselmotor. Die Flugzeugführer nennen sich Missionspiloten und leisten Hilfe in den entlegensten Orten der Welt. „Wir fliegen Hoffnung, Hilfe, Heilung“ lautet der Slogan des Werks. „Unsere Arbeit ist durch den Glauben motiviert“, sagt Koffeman. Unter anderem in der Amazonasregion Brasiliens, im Urwaldgebiet von Indonesien, in Papua-Neuguinea, wo es kaum Straßen gibt, und in vielen afrikanischen Ländern versorgen die Piloten die Menschen mit Hilfsgütern, transportieren Kranke in Hospitäler oder befördern Ärzte, Missionare und Bibelübersetzer – oder leisten Katastrophenhilfe.

„Für die Piloten ist das ein herausfordernder Job“, sagt Koffeman. „Sie müssen ganz allein die Situation bewerten und entscheiden, ob sie landen können.“ Die Piste in Korbach eignet sich gut als Teststrecke, weil sie grasbewachsen, relativ kurz und von Wald umgeben ist – ähnliche Bedingungen wie im Busch also. Auch den Flugplatz in Wolfhagen steuern die Piloten an. Sie üben unter anderem den „low pass“, das extrem niedrige Überfliegen des Bodens und lernen, im hügeligen Gebiet zu fliegen, am Ende eines Tales zu wenden oder bei tiefhängender Wolkendecke von einem Tal zum nächsten zu gelangen. Fünf bis sechs Stunden täglich sind die vier Maschinen der Hilfsorganisation dafür in der Luft.

Die Piloten und ihre Trainer haben sich auf dem Korbacher Flugplatz für das Wochenende eingerichtet. Die Teilnehmer kommen aus den Niederlanden, Finnland, Frankreich und England. Übernachtet wird draußen: Hinter dem Hangar sind mehrere kleine Zelte aufgebaut. „Wir müssen auf Einsätze ohne großen Komfort vorbereitet sein. In Afrika schlafen wir schon mal unter den Tragflächen unserer Flugzeuge“, sagt der Fluglehrer.

Wenn ihre Ausbildung beendet ist, gehen die Piloten mit ihren Familien für mindestens vier Jahre in die Zielländer. „Das ist nicht nur ein kurzer Einsatz für ein paar Wochen, wir leben dort mit den Menschen“, sagt Marco Koffeman.

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