Pokerspiel um Kaserne geht in die nächste Runde

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Korbach. Mehrere Bieter und doch noch kein neuer Eigentümer: Der Verkauf der ehemaligen Claes-Kaserne musste beim zweiten Zwangsversteigerungstermin erneut vertagt werden.

Das höchste Gebot (82.000 Euro), abgegeben von einer Korbacher Immobilienmanagement-Firma, reichte der Kreissparkasse Verden als Hauptgläubigerin nicht aus. Auf ihren Antrag hin versagte Rechtspflegerin Iris Degenhardt-Meister den Zuschlag.

Für die ehemalige Kaserne am Korbacher Stadtrand läuft es damit auf einen dritten Zwangsversteigerungstermin hinaus. Dieser wird aller Voraussicht nach im September stattfinden. Und bei diesem Termin würden dann keine Wertgrenzen mehr gelten, erklärte die Rechtspflegerin.

2005 vom Bund verkauft 

Der Verkehrswert der Mitte der 1960er Jahre errichteten Liegenschaft, die 2005 vom Bundesvermögensamt an einen später in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Privatinvestor verkauft worden war, ist auf 150 000 Euro festgesetzt worden. Als Minimum war deshalb beim zweiten Versteigerungstermin die Hälfte der Summe (75.000 Euro) für die Bieter angesagt.

Der Vertreter der Kreissparkasse Verden machte im Vorfeld aber klar, dass für die Zustimmung der Bank ein Gebot von etwa 105.000 Euro (sieben Zehntel des Verkehrswerts) nötig seien. „Da orientieren wir uns dran.“

In der um 11.30 Uhr startenden Bietzeit bot die Haus- und Grundinvest GmbH zunächst 50 000 Euro. Der Lippstädter Immobilienentwickler hatte bereits beim ersten Zwangsversteigerungstermin für die Kaserne im Sommer 2014 ein Gebot über 74 900 Euro abgegeben, das die das Verfahren betreibenden Bank aber abgelehnt hatte (wir berichteten).

Nach dem die Lippstädter Ende August noch die einzigen Bieter geblieben waren, stiegen beim zweiten Zwangsversteigerungstermin am Freitag drei weitere potentielle Interessenten in das Pokerspiel um die Kaserne ein. Gegenseitig trieben drei Mitbieter den Preis höher - wobei es aber schließlich bei dem Höchstgebot von 82 000 Euro der Korbacher Immobilienmanagement-Firma und damit unter den Erwartungen der Hauptgläubigerin blieb.

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