Nach Trunkenheitsfahrt: Freiheitsstrafe auf Bewährung

Polizist mitgeschleift: Autofahrer aus Korbach verurteilt

Korbach. Er war betrunken Auto gefahren, widersetzte sich dann der Polizei, fuhr weiter und schleifte dabei einen Polizisten mit: Ein 60-jähriger Korbacher ist am Montag zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt worden.

Die Strafe ist auf drei Jahre Bewährung ausgesetzt.

Bei der Tat am 8. September 2016 in der Kreisstadt war ein Polizist verletzt worden. Er erlitt Schürfwunden und Prellungen, auch am Kopf. Der damals 58-jährige Autofahrer war mit seinem ungewöhnlichen Fahrstil im Bereich des Waldecker Bergs einer Frau aufgefallen. Diese meldete dies anonym bei der Polizei. Daraufhin machte sich eine Streife auf die Suche nach dem auffälligen Fahrer. Nachdem der Mann laut Anklage und Zeugen mit seinem Auto einige Bordsteine touchiert und mittig auf der Straße gefahren war, hielten die Beamten ihn an und forderten ihn zu einem Atemalkoholtest auf. Dieser ergab der Anklage zufolge 2,17 Promille.

Einer der beiden Polizisten, die vor Ort waren, bat den Mann daher zum Bluttest mitzukommen und bot ihm an, das Auto an anderer Stelle zu parken. Da wollte der Mann davonfahren. So schilderte es der Beamte, der dann verletzt wurde, vor dem Korbacher Amtsgericht. „Der Motor heulte laut auf.“ Der Polizist versuchte demnach, den Fahrer am Losfahren zu hindern, indem er dessen Arme und Kopf griff. Schließlich beschleunigte der Fahrer so stark, dass der Polizist, der sich im Sicherheitsgurt verfangen hatte, mitgerissen wurde, bis er loslassen konnte und auf der Straße aufprallte.

Dem Angeklagten wurden Trunkenheit am Steuer, Gefährdung des Straßenverkehrs, Widerstand gegen Beamte und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Der Mann könne sich an den Tag nicht erinnern, sagte er, gestand seine Tat aber ein und entschuldigte sich. „Ich bedaure alles sehr.“

Tat spielte sich im September 2016 ab

Der Angeklagte musste umgehend nach der Tat im September 2016 sein Auto und seinen Führerschein abgeben. Er habe bereits 3500 Euro Schmerzensgeld an den verletzten Polizisten gezahlt, berichtete sein Verteidiger während des Prozesses. Außerdem habe man sich auf weitere 5000 Euro geeinigt, die der Angeklagte dem Geschädigten als Wiedergutmachung in monatlichen Raten zahle. Hinzu kämen 6100 Euro als Schadenswiedergutmachung an das Land Hessen als Arbeitgeber des Polizisten. Der Beamte war nach dem Vorfall fünf Wochen lang krank geschrieben. Zudem waren Teile seiner Ausrüstung beschädigt worden.

Rubriklistenbild: © dpa

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