Radwegenetz in Korbach wird erweitert

Pläne: Die Stadt Korbach will das Netz für Radler weiter ausbauen. Schutzstreifen für Radfahrer (Bild unten) sollen künftig auch an der Solinger Straße bis hinauf ins Schulzentrum markiert werden. Foto: Kleine

Korbach. Die Stadt will das Netz für Radfahrer auf Korbachs Straßen ausdehnen. Erste Etappe sind neue Schutzstreifen hinauf ins Schulzentrum auf dem Waldecker Berg.

„Wir möchten Radverkehr weiter fördern“, betont Carsten Vahland: „Aber wir bewegen uns im Bestand. Deshalb brauchen wir ein ausgewogenes Konzept, das alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt“, erklärt der Chef im Ordnungsamt.

Korbach ist eine historisch gewachsene Stadt mit Zentrum, Altstadt, Wohnvierteln, engen und breiteren Straßen und oft hügeligem Terrain. Die Wünsche von Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern in Einklang zu bringen, sei deshalb kompliziert.

Vahland und sein Kollege Wolfgang Saure haben ein Konzept erarbeitet, um das Wegenetz für Radfahrer weiter zu verbessern. In Verkehrsbeirat, Magistrat und Bauausschuss des Parlaments wurden die Pläne bereits präsentiert.

Zutaten für mehr Sicherheit der Radler im Verkehr gibt es viele: Verkehrsberuhigung mit Tempo-30-Zonen, kombinierte Geh- und Radwege, gestrichelt markierte „Schutzstreifen“ oder farbige „Radfahrstreifen“ am Straßenrand.

Im Detail kommt es etwa darauf an, welchen Raum die Straße freigibt. Denn die restliche Fahrbahnbreite muss mindestens 5,50 Meter betragen. Außerdem sollten die Zutaten nicht permanent wechseln, denn das schmeckt selbst den Radlern nicht: „Auch die Radfahrerverbände fordern ein möglichst homogenes Bild“, sagt Saure.

Schutzstreifen im Blick

Bei der Erweiterung im Radverkehrsnetz setzt Korbach vor allem auf „Schutzstreifen“. Diese gestrichelt markierten Zonen am Straßenrand sollen mindestens 1,25 Meter breit sein. Wenn kein Radler in der Nähe ist, dürfen Autos bei Bedarf auch auf die Streifen ausweichen. Beispiele mit Schutzstreifen sind die Strother Straße hinauf zum Schulzentrum und die Medebacher Landstraße an Hallenbad und Hauer-Stadion vorbei.

Die „Bürgerinitiative für ein lebenswertes Korbach“ fordert indes mehr „Radfahrstreifen“, wo es die Straßenbreite zulässt, etwa am Südring oder entlang der Arolser Landstraße. Spezielle Radfahrstreifen brauchen aber 1,85 Meter als Regelbreite, und sie sind für Auto- und Motorradfahrer tabu. Auch kurzes Halten auf diesen Streifen ist nicht erlaubt. So behalten die Planer im Rathaus vor allem die flexibleren „Schutzstreifen“ im Visier. Los geht’s 2015 am Südring und in der Solinger Straße. Bis zur Kreuzung Frankenberger Landstraße gibt es am Südring bereits einen kombinierten Geh- und Radweg. Auf der anderen Fahrbahnseite soll ein zusätzlicher Schutzstreifen markiert werden.

Die Radler rechts fahren dann via Schutzstreifen direkt durch den neuen Kreisel beim Autohaus Brandt, der im Oktober fertig sein soll. Die Radler links auf dem Geh-/Radweg werden über Rampen am Kreisel vorbeigeführt. Ab dem oberen Kreisel an der Wildunger Landstraße bis zum Schulzentrum markiert die Stadt dann an beiden Straßenseiten neue Schutzstreifen. (jk)

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