Reichsbürger lässt Verhandlung platzen - jetzt holt ihn die Polizei

Korbach. Weil ein so genannter Reichsbürger aus Nordwaldeck am Mittag nicht zum Verfahren vor dem Korbacher Amtsgericht erschien, hat der Staatsanwalt einen Vorführbefehl beantragt.

Zur nächsten Gerichtsverhandlung werde der Angeklagte nicht mehr geladen, sondern von der Polizei vorgeführt, erklärt der Vorsitzende Richter Jan Oliva.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, andere falsch verdächtigt und eine Straftat vorgetäuscht zu haben: Aufgrund eines Durchsuchungsbeschlusses des Amtsgerichts Kassel, der vom Landgericht Kassel bestätigt worden ist, haben drei Polizisten die Wohnung des Angeklagten durchsucht und unter anderem einen Laptop beschlagnahmt. Laut Gericht erstattete der Angeklagte dann gegen die drei Polizisten Strafanzeige wegen Kriegsverbrechen und Plünderung.

Die Reichsbürgerbewegung umfasst sektenartige Gruppen von Verschwörungstheoretikern und Rechtsextremen in Deutschland. Die Bewegung erkennt die Bundesrepublik nicht an, spricht Behörden und Gerichten ihre Legitimität ab und behauptet, das Deutsche Reich bestehe fort. Inzwischen wird sie vom Verfassungsschutz beobachtet.

Reichsbürger werden als zunehmend gewaltbereit eingestuft; daher hatte gestern auch das Korbacher Amtsgericht die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

Von Marianne Dämmer

Rubriklistenbild: © dpa

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