Continental stellt Neuentwicklung vor: Ein Reifen als Kunstwerk

Dimensionen: Mit dem neuen Sport Contact 6 will Conti das Marktsegment der Höchstleistungsreifen erschließen. Foto: Kobbe

Korbach/ Bad Driburg. Der Reifenhersteller Continental hat eine Neuentwicklung vorgestellt: Den Autoreifen "Sport Contact 6". Produziert wird der Reifen im Werk Korbach.

Nicht weniger als ein „Gesamtkunstwerk“ wird künftig in Korbach hergestellt. Aufgezogen auf die Felgen PS-starker Sportwagen, soll der neue „Sport Contact 6“ Höchstleistung bei Höchstgeschwindigkeit garantieren.

„Reifenentwicklung ist wie Raumfahrtforschung“, sagt Professor Burkhard Wies. Der Leiter der Reifenlinien-Entwicklung der Continental AG hat sich schon vor Jahren für Korbach als Standort des neuen Technologiezentrums stark gemacht (siehe Interview). Eine Autostunde vom HPTC („High Performance Technology Center“) entfernt, testen Fachjournalisten aus Deutschland, Europa, Fernost und den USA seit Sonntag, was in 41 Größen produziert werden kann und für Wies ein Gesamtkunstwerk darstellt: Ein Sportreifen mit neuer Mischung, Profiltechnologie und Konstruktion, der beste Eigenschaften bei Lenkpräzision und Hochgeschwindigkeitstauglichkeit aufweist.

Um diese Fortschritte auf die Straße zu bringen, haben die Techniker in Hannover die chemische Zusammensetzung der Lauffläche, das Profildesign sowie die Reifenkonstruktion grundlegend verändert. Die „Black Chili“ genannte Gummimischung ist so abgestimmt, dass sie sich mit der Rauigkeit der Straße verzahnt. Gleichzeitig sorgen kurzzeitige Verbindungen auf atomarer Ebene zwischen der Reifenmischung und der Fahrbahnoberfläche für hohe Haftkraft – sie wirken ähnlich wie kleine Saugnäpfe auf der nanoskopischen Ebene, erklärt Professor Wies. Beide Faktoren sorgen dadurch für höchste Haftung in allen Richtungen – beim Bremsen, Kurvenfahren und Beschleunigen sowohl auf nasser wie auch auf trockener Fahrbahn.

Von diesen Eigenschaften kann sich das internationale Fachpublikum auf dem Bilster-Berg-Kurs bei Bad Driburg ein Bild machen. Die Strecke ist 4,2 Kilometer lang. In der „Mausefalle“, einem sehr anspruchsvollen Streckenabschnitt mit einem Gefälle von 26 Prozent, weitet sich die Kurve auf 13 Meter aus. Direkt danach geht es in das Steilstück mit bis zu 21 Prozent Steigung. Durch die Wannen und Kuppen sind viele Kurven schwer zu fahren.

Der neue Sport Contact 6 ist bis zu 350 Stundenkilometer freigegeben. Daher muss er nicht nur beim Bremsen, Handling und in der Fahrstabilität perfekte Leistung bringen, auch seine Konstruktion muss auf diese extremen Geschwindigkeiten und die dabei entstehenden Fliehkräfte am Reifen hin angepasst werden. Im neuen Pneu kommt der eigens entwickelte Werkstoff „Aralon 350“ zum Einsatz, eine Kunstfaser, in der zwei Garne aus starkem Aramid und ein Garn aus flexiblem Nylon eng miteinander verwoben sind. Diese Faser ist – in Gummi eingebettet – unter der Lauffläche als so genannte Spulbandage platziert.

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