Schauspiel, Gesang und Tanz: Projekt der Tanzetage zum Thema Tod

Tanzperformance zum Thema Tod: Wie eine Todesanzeige hat Antje Brand das Veranstaltungsposter für das neue Projekt der Tanzetage gestaltet, denn das Motto lautet „Erde. Feuer. Wasser. Gruft.“ Die Aufführung wird in mehreren Städten des Landkreises zu sehen sein. Foto: nh

Korbach. Das Veranstaltungsposter sieht aus wie eine Todesanzeige. Denn das Motto des neuen Projekts der Tanzetage lautet „Erde. Feuer. Wasser. Gruft - Tage der Entscheidung".

Wie eine Todesanzeige hat Antje Brand das Veranstaltungsposter gestaltet. Das Thema Tod hat Diplom-Tanzpädagogin Ursula Nobiling schon länger bewegt. „Ich war in Köln in einem riesengroßen Friedwald. Da hingen in einem Gebiet, wo nur Bäume sein sollten, Teddybären und Bilder in den Zweigen“, sagt sie. Auch Steine hätten herumgelegen. Es habe sehr schäbig ausgesehen. „Ich habe mir gedacht, machen wir uns eigentlich genug Gedanken darüber, wie wir unsere Toten bestatten“, sagt Nobiling.

Man brauche doch irgendwelche Orte der Trauer. Hinzu sei der Running-Gag ihrer Familie gekommen. Ihre Eltern hätten längst eine Sterbeversicherung abschließen wollen. Immer wenn Jemand im Bekanntenkreis verstorben sei, sei das Thema aufgekommen. „Aber sie haben bis heute keine Sterbeversicherung abgeschlossen“, sagt sie. Dadurch habe sie die Motivation bekommen, dieses Stück zu machen. „Daran sieht man, das Thema Tod muss nicht nur traurig sein, es hat auch komische Seiten“, sagt Nobiling.

Zwei Männer dabei 

Es werde Schauspiel, Gesang und Tanz geben. „Es machen wieder 16 Personen mit. Einige sind seit dem ersten Projekt der Tanzetage dabei“, erzählt sie. Es sei toll, dass auch zwei Männer dabei seien, da das Leben nicht nur weiblich sei. Man habe sich im Oktober erstmals getroffen. „Bei den Choreografien arbeiten wir minimalistisch, mit Kleinbewegungen, die so einfach sind, dass sie von allen durchgeführt werden können und im besten Fall von den Teilnehmern stammen“, erklärt sie. Ihr Vorbild sei der englische Tanzpädagoge Royston Maldoom, dessen Motto lautet: „Jeder kann tanzen.“

„Das Stück besteht aus 13 Szenen“, sagt sie. Es werde ein schauspielerndes Ehepaar geben, das immer wieder jemanden aus dem Bekanntenkreis verliere. „Darüber entspinnen sich Gespräche, die fürs Schmunzelelement sorgen sollen“, betont Nobiling. Bei der Szene Modenschau im Leichenhemd gehe es zum Beispiel darum, was so eine Bestattung koste.

„Als wir uns zum ersten Mal getroffen haben, war da ein bisschen Skepsis. Doch schnell entstand ein reger Austausch, denn zu dem Thema konnte jeder was sagen“, erzählt Nobiling. Schon am ersten Abend habe man die Szenen im Kasten gehabt. Bei den Aufführungsorten habe sie darauf geachtet, dass es Räume seien, wo die gesamte Technik zur Verfügung stehe. „So ein Stück ist kostenintensiv. Wir sind froh, dass wir die Räume in der Tanzetage kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen“, betont sie. Es geschehe alles ehrenamtlich, die Leute bezahlen ihre Kostüme und ihre Fahrtkosten selbst.

Neben den vier Aufführungen hoffen die Akteure, dass sie vielleicht auch bei der Theaterwoche, die vom 11. bis 16. Mai geht, vertreten sein werden.

Von Nadja Zecher-Christ

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