Schock wirkt nach: der Gewerbesteuer-Einbruch in Korbach

Noch jede Menge Euro fehlen: Die Stadt Korbach rechnet für das Haushaltsjahr 2015 erneut mit einem Fehlbedarf von mehr als vier Millionen Euro. Archivfoto: dpa

Korbach. Als wesentlichen Grund für ihr Finanzproblem führt die Kreisstadt schwankende Steuereinnahmen an. Noch immer hat sich ihr Haushalt nicht vom Gewerbesteuer-Einbruch 2008 erholt.

Die Zeiten der erfreulichen Haushaltswunder sind in Korbach lange vorbei. Für das Jahr 2015 rechnet sie mit einem Defizit von 4,2 Millionen Euro. Weil die Hanse- und Kreisstadt ihren Haushalt nach Einnahmen und Ausgaben noch immer nicht ausgleichen kann, muss sie nun jährlich ihrem Etat ein „qualifiziertes Haushaltssicherungskonzept“ beilegen. Diese Vorgabe macht das Land Hessen.

In Korbach summieren sich nach Angaben des Kämmerers die Verlustvorträge der Jahre 2009 bis 2013 inzwischen auf 15,8 Millionen Euro. Als den wesentlichen Grund, warum es um ihre Finanzen so schlecht steht, führt die Stadt selbst die schwankenden Steuereinnahmen an - vor allem die aus der Gewerbesteuer.

Von 13,6 auf 1,1 Millionen 

Das Konsolidierungskonzept verdeutlicht, dass sich Korbach bis heute nicht von dem Gewerbesteuer-Einbruch 2008 erholt hat. Damals hatte die Kreisstadt nur 1,1 Millionen Euro Gewerbesteuer eingenommen. Das waren 12,5 Millionen Euro weniger als 2007 (13,6 Millionen Euro). In gleicher Höhe hatte sie die Gewerbesteuer im Haushalt 2008 angesetzt.

Hauptursache des Gewerbesteuereinbruchs in Korbach war die nicht mehr zahlende Continental AG. Der Schock von 2008 hat eine Folgewirkung bis in die Gegenwart. Denn die Statistik der Kämmerei zeigt, dass es nach dem Einbruch nicht gleich wieder besser wurde. Nach 13,6 Millionen Euro im Jahr 2007 und 1,1 Millionen 2008 belief sich die Gewerbesteuer:

• auf 5,6 Millionen Euro (2009)

• auf 5,2 Millionen Euro  (2010)

• auf 10,4 Millionen Euro (2011)

• auf 10,0 Millionen Euro (2012)

• auf 10,2 Millionen Euro (2013)

Für die Jahre 2014 und 2015 rechnet Korbach mit einer Gewerbesteuereinnahme von etwa elf Millionen Euro. Die Hansestadt befindet sich damit weiter auf dem Weg der Besserung. Den Wert des Jahres 2007 wird sie aber auch 2015 noch nicht erreichen.

Von Andreas Hermann 

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